Es ist als das „Sonnen-Vitamin“ bekannt: Neben der Aufnahme aus der Nahrung versorgen wir uns im Sommerhalbjahr meist selbst genügend mit Vitamin D: Es wird unter Einwirkung von UV-Strahlung in unserer Haut gebildet und dann im Körper verteilt. Doch im dunklen Winterhalbjahr reicht die Versorgung über diesen Weg meist nicht aus und es kommt bei vielen Menschen zu einem Mangel. Die Bedeutung von Vitamin D und die ausreichende Dosis wird momentan wissenschaftlich stark diskutiert. Klar ist: Der Vitalstoff ist sehr wichtig – er ist an vielen Zell- und Immunvorgängen beteiligt. Besondere Bedeutung hat Vitamin D bekanntermaßen für die Stabilität der Knochen.
Eier mit einer Extraportion Sonnen-Vitamin
“Aufgrund ihrer Lebensweise sind viele Menschen nicht optimal mit Vitamin D versorgt. Das Problem steigert sich in den sonnenarmen Wintermonaten noch weiter”, sagt Julia Kühn von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. In dieser Zeit wird deshalb die Versorgung über die Ernährung besonders wichtig. Doch im Gegensatz zu anderen Vitaminen gibt es nicht viele Nahrungsmittel, die Vitamin D in nennenswerten Mengen liefern. Eier bilden dabei eine Ausnahme – sie besitzen einen vergleichsweise hohen Gehalt.
Kühn und ihre Kollegen haben sich im Rahmen ihrer Studie nun dem Ziel gewidmet, das Versorgungs-Potenzial von Eiern noch weiter zu steigern. “Die Idee war es, die natürliche Vitamin-D-Produktion von Hühnern mithilfe von UV-Lampen in den Hühnerställen anzuregen, um so auch den Gehalt in den Eiern zu erhöhen”, sagt Kühn. Dabei wollten sie den Effekt nutzen, dass UV-Bestrahlung bei Hühnern die gleiche Wirkung hat wie beim Menschen: Es bildet sich in der Haut Vitamin D. In Voruntersuchungen konnten die Forscher bereits zeigen, dass dies tatsächlich der Fall ist. “Allerdings hatten wir dafür immer sehr ideale Versuchsbedingungen. Auf eine Lampe kam nur ein Huhn. In Hühnerbetrieben gibt es aber eine deutlich höhere Besatzdichte als bei uns, also viel mehr Tiere”, sagt Kühn.
Effektiv, praktikabel und hühnerfreundlich
Im Rahmen der Studie haben die Forscher die Methode nun einem Praxistest unterzogen: In zwei Betrieben testeten sie zwei unterschiedliche Hühnerrassen, verschiedene Lampentypen sowie diverse Beleuchtungszeiten mit UV-Licht. Während der Versuchsphase analysierten die Wissenschaftler kontinuierlich den Vitamin-D-Gehalt der neu gelegten Eier. Außerdem untersuchten sie die Effekte der zusätzlichen Beleuchtung auf die Tiere: Anhand von Videoaufnahmen wurde das Verhalten der Hennen erfasst und ausgewertet. Zudem inspizierten die Forscher den körperlichen Zustand so wie etwaige Verletzungen der Tiere, um so ihr Aktivitäts- und Aggressionspotential einzuschätzen. “Menschen können UV-Licht nicht sehen, Hühner aber schon. Deshalb ist das Lichtregime für die Hühnerhaltung ein wichtiges Thema”, erklärt Co-Autor Eberhard von Borell.





