Die bekanntesten Kandidaten sind der Jupitermond Europa und auch der Saturnmond Enceladus: Wissenschaftler gehen davon aus, dass unter ihren Eispanzern Ozeane aus flüssigem Wasser existieren. Doch auch der Zwergplanet Pluto könnte eine verborgene Wasserwelt beherbergen, heißt es. Die Grundlage dieser Vermutung bilden dabei Aufnahmen der Raumsonde New Horizons der NASA. Im Juli 2015 flog sie durch das Pluto-System und lieferte die ersten Nahaufnahmen des fernen Zwergplaneten.
Die Bilder offenbarten überraschende Details der Topographie seiner Oberfläche. Das wohl markanteste Merkmal ist dabei ein hell gefärbtes Becken mit der Bezeichnung Sputnik Planitia. Es befindet sich in der Nähe des Äquators und ist rund 1000 Kilometer breit. Besonders dort weisen bestimmte Merkmale auf tektonische Prozesse hin und damit auf die mögliche Existenz von flüssigem Wasser tief unter dem Eis.
Gut isoliert?
Dies legt wiederum nahe, dass Pluto ein warmes Herz besitzt. Im Fall der eisigen Monde in unserem Sonnensystem gelten die Gravitationskräfte ihrer Mutterplaneten als Ursache für die Wärmeentwicklung: Beim Umlauf werden diese Himmelskörper gleichsam durchgeknetet, wobei Reibungswärme im Inneren entsteht. Bei Pluto kommt hingegen eher nur radioaktiver Zerfall als Wärmequelle in Frage. Doch es schien bisher unklar, wie entsprechende Prozesse ein Durchgefrieren des Zwergplaneten auf seiner sonnenfernen Umlaufbahn verhindert haben könnten und warum Strukturen wie das Becken von Sputnik Planitia entstanden sind. Eine Erklärung wäre, dass eine besonders effektive Isolierschicht den Temperaturausgleich zwischen dem Ozean und dem darüber liegenden Eispanzer unterbindet. Diese Möglichkeit haben die Forscher um Shunichi Kamata von der Hokkaido Universität in Sapporo im Rahmen ihrer Studie systematisch ausgelotet.
Ihre grundlegende Vermutung besteht nun darin: Unter der eisigen Oberfläche von Sputnik Planitia befindet sich eine Isolierschicht aus Gashydraten. Es handelt sich dabei um kristalline eisartige Feststoffe, die aus in molekularen Wasserkäfigen eingeschlossenem Gas bestehen. Sie sind viskos, weisen eine geringe Wärmeleitfähigkeit auf und können daher isolierende Eigenschaften besitzen, erklären die Forscher. Das Team glaubt, dass das hypothetische Gashydrat des Pluto durch Methan gebildet wird, das aus seinem Gesteinskern stammt.






