„Verbinden Sie Abenteuer, Spaß und Goldgräberromantik mit dem Mythos der Nibelungensaga.” So wirbt ein Veranstalter für Goldwaschkurse am Rhein – „mit Fundgarantie”. Goldsuchen ist in Mode, nicht nur am Rhein. An vielen Flüssen werden die Pfannen gerührt. Die Freizeit-Abenteurer können tatsächlich ein wenig Gold finden. Deutschland taucht zwar in den Statistiken der Gold produzierenden Länder nicht mehr auf, doch seit dem Mittelalter wurden hier immerhin rund 100 Tonnen abgebaut.
Die kommerzielle Produktion schlief in den 1980er-Jahren ein.
Doch jetzt bahnt sich eine kleine Renaissance an. Neben den Wildwest-Romantikern gehen auch Unternehmen auf die Suche. Schon seit einigen Jahren fördert das Kieswerk Rheinzabern bei Karlsruhe als Beiprodukt der Kiessandproduktion Gold. Die Betreiber finden keine Nuggets, denn in den Rheinsedimenten stecken nur feinste Partikel, sogenannter Flitter. Der Goldgehalt schwankt zwischen 0,05 und 11 Milligramm pro Tonne Kiessand. Doch das genügt, um jedes Jahr einige Kilogramm herauszuholen. Das Kieswerk verkauft weit über dem Marktpreis – mit einem Rheingold-Zuschlag – an eine ausgewählte Goldschmiede. Der Erfolg macht Schule. Ein halbes Dutzend Unternehmen hat inzwischen Anträge auf den Goldabbau gestellt, sogar an der Elbe oder der Isar.
Der aktuelle Goldpreis spornt zusätzlich an. Sogar im festen Gestein haben sich Prospektoren schon umgeschaut. So hat die Deutsche Rohstoff AG im Oberpfälzer Wald im letzten Jahr ein Vorkommen untersucht. Allerdings haben sich diese Hoffnungen zerschlagen. Während die Förderung von „Seifengold” – also Gold, das im Sediment steckt – in Schwung zu kommen scheint, lohnt der Abbau von „Berggold” in Deutschland nicht.





