Spanische Wissenschaftler haben das Gesicht des vermutlich ältesten Europäers rekonstruiert. Die Überreste des knapp 800 000 Jahre alten so genannten Hominiden waren vor sechs Jahren nahe dem nordspanischen Gran Dolina gefunden worden.
Der Kopf dieses Homo antecessor, ein etwa zehn Jahre alter Junge, der seinerzeit Kannibalen zum Opfer gefallen sein soll, kann nach Presseberichten vom Donnerstag jetzt auf einer Ausstellung in der baskischen Stadt San Sebastian besichtigt werden. Das Gesicht mit der abgerundeten Stirn und der flachen Nase weist verblüffende Ähnlichkeiten mit dem modernen Menschen auf.
Die gut erhaltenen Überreste des Homo antecessor hatten Forscher neben weiteren Hominiden (Menschenartigen) in einer Höhle der Atapuerca-Hügel in Nordspanien entdeckt. Wegen des Fundorts wird der Junge «Das Kind von La Dolina» genannt. Sein Schädel gilt als der besterhaltene in der Geschichte der Paläoanthropologie. Der Homo antecessor soll einen Zwischenschritt zum Homo heidelbergensis darstellen, dessen erste, rund 500 000 Jahre alte Überreste 1907 im Dorf Mauer bei Heidelberg entdeckt wurden. Aus dieser Linie könnten sowohl der Neandertaler als auch – über mehrere Seitenlinien – der moderne Homo sapiens sapiens hervorgegangen sein.
dpa





