Anschließend ließen die Forscher alle Teilnehmer verschiedene Tests absolvieren, bei denen sie aufgrund von visuellen oder über Kopfhörer aufgenommenen Informationen Entscheidungen treffen mussten. Beispielsweise sollten sie entscheiden, ob ein Tonsignal im linken oder im rechten Ohr erklang, oder ob sich ziellos umherwandernde Punkte auf einem Computerbildschirm tendenziell eher nach rechts oder nach links bewegten. Bewertet wurden anschließend sowohl die Anzahl richtiger Antworten als auch die Zeit, die für die Entscheidungsfindung benötigt worden war.
Das Ergebnis war eindeutig: Die Actionspieler hatten genauso viele richtige Antworten wie ihre Strategie- und Rollenspielerkollegen, waren aber rund ein Viertel schneller. Die Verbesserungen durch die Actionspiele seien selbst bei jenen zu beobachten gewesen, die Actionspiele überhaupt nicht mochten.
Ihre verbesserten Fähigkeiten könnten den Spielern auch im Alltag helfen, erklärt Daphne Bavelier: “Das Gehirn stellt ständig Wahrscheinlichkeitsrechnungen auf. Nimmt man beispielsweise beim Autofahren eine Bewegung auf der rechten Seite wahr, schätzt das Hirn ab, ob man auf Kollisionskurs ist und trifft dann die Entscheidung ‘bremsen’ oder ‘nicht bremsen’.”
Nach Einschätzung der Wissenschaftler trainieren die Actionspiele somit Basisfähigkeiten, während die meisten herkömmlichen Lernprogramme lediglich einem bestimmten Muster folgen würden. “Dabei misslingt häufig der Transfer des Gelernten ? der Grund, warum die Hälfte der Klasse durchfällt, wenn ein Test auch nur geringfügig vom Übungstest abweicht.”





