Was für Prüfungsvorbereitungen gilt, wird offenbar auch von den kleinen grauen Zellen praktiziert: Doppelt hält besser. Experimente von Dominique Muller und Kollegen von der Universität Genf zeigten nämlich, daß sich die Kontaktstellen zwischen Nervenzellen beim Lernen häufig verdoppeln. Die Hirnforscher reizten Neuronen in Zellkulturen so, daß natürliche Lernprozesse nachgeahmt wurden. Das freigesetzte Kalzium kennzeichnete die Zellen, die an den Lernvorgängen beteiligt waren. Im Elektronenmikroskop erkannten die Wissenschaftler, daß jede fünfte der aktiven Nervenzellen einen zweiten Fortsatz dort gebildet hatte, wo sie mit einer nachgeschalteten, ebenfalls aktivierten Zelle verknüpft war. Diese zusätzlichen Verbindungsstellen wuchsen bereits eine Stunde nach der elektrischen Reizung
Rüdiger Vaas





