
1600 Spuren von Haien unterschiedlicher Arten weltweit verfolgten die Forscher. „Das erlaubte uns erstmals zu sehen, wie sich die Lebensräume der Arten überschneiden – sowohl zeitlich als auch räumlich“, sagt Bonnie Holmes von der University of Queensland.
Die Ergebnisse der Studie, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Nature, sind erschütternd. Etwa ein Viertel der beobachteten Wanderrouten fallen in das Gebiet der Langleinenfischerei. Für die Haie bedeutet das: Die Nahrung wird knapp. Sie können sich an den Köderhaken der Leinen massiv verletzen. Oder sie werden gar direkt gejagt und getötet. Obwohl Haie enorme Distanzen überwinden können, finden sie demnach weder auf hoher See noch in Küstennähe Zuflucht, wo Menschen etwa Sportangeln.
So ist es kein Wunder, dass die Anzahl der Haie in den letzten 20 Jahren erheblich abgenommen hat. Besonderen Grund zur Sorge gibt der Tigerhai. In Ozeanien besteht für diese Art in mindestens sechs Monaten des Jahres ein mittleres bis hohes Risiko durch Langleinen-Fischflotten. Das internationale Forscherteam fordert deshalb Lösungen von der Politik. Holmes sagt: „Es wird dauern, aber Regierungen auf der ganzen Welt müssen zusammenarbeiten, um diese höchst verletzliche Gattung zu retten.“





