Der berühmte Orionnebel, 1500 Lichtjahre entfernt, ist eine kosmische Kinderstube. Astronomen wissen schon seit 1992, daß die erst wenige Millionen Jahre alten Sterne dort von Staubscheiben umgeben sind. Jetzt gelang der Nachweis, daß der Staub aus Millimeter bis Zentimeter großen Brocken besteht – also weitaus größer ist als der Staub zwischen den Sternen. Hier beginnen sich also Planeten zu bilden, die im Lauf von wenigen Millionen Jahren aus den zirkumstellaren Staubscheiben heranwachsen.
Die Entdeckung gelang John Bally von der University of Colorado und Henry Throop vom Southwest Research Institute, beide in Boulder, mit Hilfe des Hubble-Weltraumteleskops. Die Farbe des Staubs verrät die Größe der Teilchen. Interstellarer Staub färbt das Licht der Sterne rot. Im Orionnebel ist der Staub der protoplanetarischen Scheiben dagegen grau. Beobachtungen mit Radioteleskopen weisen ebenfalls auf bis zu kieselgroße Staubpartikel dort hin.
Die Entstehung von Planeten scheint aber nicht so häufig zu sein wie bislang gedacht. Im Orionnebel sorgt der Strahlungsdruck naher Sterne dafür, daß sich die Staubscheiben rasch auflösen. Der Sternwind „bläst” mit über 14 000 Kilometern pro Stunde. Manche Staubscheiben sind wie Kometenschweife geformt – ein Zeichen dafür, daß sie allmählich vom Winde verweht werden. Die Forscher schätzen, daß in 100000 Jahren 90 Prozent der Scheiben zerstört sind.
Hans Groth





