Die anglikanische Kirche hat im 17. Jahrhundert einem schwulen Paar seinen Segen gegeben, behauptet der britische Kirchengeschichtler Alan Bray. Der Wissenschaftler der Universität London will am Grab zweier Freunde in einer Kapelle des renommierten Cambridge College ein Zeichen entdeckt haben, das die beiden als Liebende ausweist, schreibt die Tageszeitung “Cambridge News”.
Das Zwillingsgrab für John Baines und Thomas Finch war in den Jahren 1681 und 1682 errichtet worden. Die Grabstelle enthält zwei Portraits der Freunde, die mit einem geknoteten Tuch verbunden sind ? für den Historiker ein Symbol der Liebe. Laut Bray gibt es Aufzeichnungen, nach denen Finch seine Freundschaft mit Baines auf lateinisch als “Nachtgemeinschaft” bezeichnete.
Auf das Grab ist Bray bei der Arbeit an einem Buch gestoßen, in dem er nachweisen will, dass die anglikanische Kirche in früheren Jahrhunderten gleichgeschlechtliche Partnerschaften toleriert habe. Es soll im kommenden Jahr erscheinen.
Ulrich Dewald





