Als die ersten Frühmenschen lernten, das Feuer zu nutzen, war dies ein wichtiger Schritt in der Menschheitsgeschichte. Denn die Flammen lieferten Licht und Wärme, hielten wilde Tiere fern und ermöglichten das Garen von Speisen. Das wiederum verbesserte die Nährstoffversorgung und förderte das Gehirnwachstum. „Das Feuer war, wie die Steinwerkzeuge, eine entscheidende Innovation, die die frühen Menschen unabhängiger machte und es ihnen ermöglichte, Schlüsselfaktoren ihrer natürlichen und kulturellen Umwelt zu modifizieren“, erklären Dolores Marin-Monfort von der Nationaluniversität des Südens in Argentinien und ihre Kollegen.

Eingang der Wonderwerk-Höhle in Südafrika. In ihr haben Archäologen Steinwerkzeuge und Spuren früher Feuer entdeckt. — © Wonderwerk Cave Project
Doch wann entdeckten die ersten Frühmenschen das Feuer für sich? Diese Frage ist bislang strittig.
So legen Funde im Nahen Osten und in Ostafrika zwar nahe, dass Angehörige der Gattung Homo schon vor rund einer Million Jahren natürliche Brände für ihre Zwecke nutzten. Allerdings handelte es sich dabei um natürlich entstandenes Feuer. Inwieweit diese Frühmenschen damals fähig waren, solche Flammen und Glut gezielt zu schüren und möglicherweise auch zu transportieren, ließ sich aber nur schwer eindeutig bestimmen.
Prähistorische Brandspuren im Inneren einer Höhle
Neue, klarere Belege für eine urzeitlichen Feuernutzung liefern nun Funde aus der Wonderwerk-Höhle in der südafrikanischen Kalahari. Dort hatten Archäologen schon im Jahr 2012 rund eine Million Jahre alte Faustkeile des Homo erectus sowie Reste verbrannter Knochen entdeckt. Diese Brandspuren fanden sich rund 30 Meter vom Höhleneingang entfernt. Das legte nahe, dass dieses Feuer nicht auf natürlichem Wege so weit in die Höhle gelangt sein konnte. Allerdings blieb gerade bei den ältesten Proben strittig, ob die Knochenreste nur verfärbt oder wirklich verbrannt waren.
Diese Frage haben Marin-Monfort und ihr Team nun geklärt. Sie nutzten zwei moderne Methoden, die Fourier-Transform-Infrarotspektrometrie (FTIR) und eine von ihnen neu entwickelte Form der Lumineszenzanalyse, um die Funde aus der Wonderwerk-Höhle zu überprüfen. Bei der Lumineszenzanalyse werden die prähistorischen Knochenstückchen mit blauem und ultraviolettem Licht bestrahlt. Waren sie einst großer Hitze ausgesetzt wie in einem Feuer, erzeugt dies ein spezielles Nachleuchten im langwelligen roten Bereich, wie das Team erklärt.






