Erstmals gibt es ein Foto von einem anderen Mehrfach-Planetensystem. Ein internationales Astronomenteam gewann mit den Keck- und Gemini-Teleskopen kontrastreiche Aufnahmen im nahen Infrarot des Sterns HR8799, auf denen drei Trabanten zu sehen sind. Der Stern im Sternbild Pegasus, 140 Lichtjahre entfernt und vom 1,5-fachen Durchmesser der Sonne, ist nur etwa 100 Millionen Jahre alt und seine Planeten wachsen noch. Zwei der drei Gasriesen haben etwa die zehnfache Masse von Jupiter, der dritte die siebenfache Masse. Sie sind 24, 37 und 67 Mal so weit von HR8799 entfernt wie die Erde von der Sonne. Der äußerste Planet bewegt sich am inneren Rand einer Staubscheibe – übrigens eine der massereichsten im Umkreis von 300 Lichtjahren. Eine solche Scheibe umgab einst auch die Sonne – und ihr Relikt, der Kuiper-Gürtel, ist noch heute ein Reservoir von Milliarden Kometen.
„Das fremde Planetensystem gleicht einem vergrößerten Abbild des Sonnensystems”, sagt Bruce Macintosh vom Lawrence Livermore National Laboratory im kalifornischen Berkeley. „Die Größe der Planeten nimmt mit der Entfernung vom Stern ab – wie im Sonnensystem. Wahrscheinlich gibt es dort weitere, kleinere Planeten, wir können sie nur noch nicht entdecken.”
Die Infrarotaufnahmen sind eine technische Meisterleistung. Mithilfe der Adaptiven Optik – flexibel steuerbaren Teleskopspiegeln – konnten die Astronomen die Luftunruhe der Erdatmosphäre kompensieren. Die Wärmestrahlung der Planeten stammt aus ihrer Atmosphäre. Aufgeheizte Staubpartikel darin geben die von HR8799 empfangene Energie zurück ins All.
Und es gibt noch eine Erfolgsmeldung: Ein Team um Paul Kalas von der University of California in Berkeley fotografierte mit dem Hubble-Weltraumteleskop einen Planeten bei Fomalhaut im Sternbild Südlicher Fisch. Er hat höchstens die dreifache Jupitermasse und umkreist den 25 Lichtjahre fernen und nur 200 Millionen Jahre alten Stern in 17,2 Milliarden Kilometer Distanz – 2,9 Milliarden Kilometer innerhalb des inneren Rands einer riesigen Staubscheibe.
Die Suche nach anderen Welten hat damit ein neues Stadium erreicht. Vorreiter war ein Team um Ralph Neuhäuser von der Universität Jena. Es hatte bereits 2004 bei dem 460 Lichtjahre fernen Stern GQ Lupi einen jupiterähnlichen Gasplaneten fotografiert.





