Allzu selten machen Hochschulen durch gekonnt formulierte Pressemitteilungen auf sich aufmerksam. Mario Steinebach (34), Pressemann der TU Chemnitz, ist eine rühmliche Ausnahme.
Wer Freitag, den 13., zum Anlaß nimmt, um die Mathematiker und Informatiker seiner Universität ins Gespräch zu bringen, sitzt als PR-Manager auf dem richtigen Platz. Denn anders als die einschläfernden Texte etlicher Kollegen beginnt er nicht mit der ellenlangen Aufzählung vieler Beteiligten, die beschlossen haben, daß etwas getan werden soll. Mario Steinebach, Chef der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der TU Chemnitz, kultiviert derlei Überraschungseffekte seit Juni 1994 mit beachtlichem Erfolg. Inzwischen hat er die Zahl der jährlichen Artikel über seine TU vervierfacht (1997: 1450). Dem Rektorat ist’s recht. Deshalb stößt Steinebach immer seltener auf Wissenschaftler, die ihm und seinem Mitarbeiter Norbert Gieß erklären wollen, wie eine Meldung für die Öffentlichkeit auszusehen hat. Steinebach wurde auf Umwegen Journalist.
Schon immer an diesem Beruf interessiert, entschied er sich zunächst für das Studium des Maschinenbaus. Der Grund: Der Diplom-Ingenieur wuchs in der DDR auf. “Journalismus damals hieß, sich mit der Geschichte der KPdSU zu beschäftigen, und das wollte ich nicht.”
Mario Steinebach





