Von wegen Schlankheitswahn und Fit-for-Fun-Generation! Tatsächlich sind die Frauen in Deutschland in den letzten knapp 20 Jahren immer dicker geworden. Dabei hat auch ihre Oberweite zugenommen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Bekleidungsphysiologischen Instituts Hohenstein in Bönnigheim. Ziel war, den Herstellern von Frauenbekleidung genaue Körperdaten zu liefern. Die Wissenschaftler untersuchten 1500 Frauen im Alter zwischen 14 und 70 Jahren und erstellten mit einem aufwändigen Laser-Messverfahren einen dreidimensionalen Körperscan der Kandidatinnen. Dabei fanden sie heraus, dass junge Mädchen heutzutage zwar meist relativ schlank sind, Frauen jenseits der 35 aber im Vergleich zu 1983 an Gewicht zugenommen und größere Brüste haben. 1983 fand in Hohenstein die letzte derartige Vermessung statt – damals noch mit Meterstab und Maßband. Wichtig sind die Ergebnisse der Forschungen des Instituts vor allem für die Mieder-Industrie. Die Messungen helfen den Herstellern von Büstenhaltern und Unterwäsche, bessere Passformen zu entwickeln, denn 35 Prozent der Frauen trugen zu kleine BHs. Warum Frauen immer dicker werden, darüber können die Wissenschaftler nur spekulieren. Gängigste These: mangelnde körperliche Aktivität.
Hans Groth





