Es kommt darauf an, welche Art Wissen die Gesellschaft als einzig wertvoll definiert. Fragen sie mal einen Mann nach dem Namen einer Pflanze oder dem Gesundheitszustand eines nahen Verwandten.
Das „männliche Wissen” als einzig wahres zu definieren, ist doch der eigentliche Fehler. Die Natur hat nun einmal bei der Evolution entschieden, dass Männer und Frauen unterschiedlich sind. Männer und Frauen sollten sich dieser Unterschiede bewusst sein und daraus Vorteile ziehen. Indem sie sich ergänzen, anstatt krampfhaft sozialpsychologische Erklärungen zu finden. Und vor allem sollten sie nicht ständig versuchen, das andere Geschlecht zu kopieren.
Wenn ich mir vorstelle, ich hätte von meiner Mutter nicht völlig andere Dinge lernen können als von meinem Vater – welch ein Verlust!
Stefan Knöller, per E-Mail
In der Tabelle (Seite 76, Anm. d.Red.) fehlen die Fächer Deutsch und Mathematik – und wieder einmal wurde Wissen mit Bildung gleichgesetzt. Wer ist denn überhaupt „dumm”? Schüler, die wenige Kenntnisse haben, aber sie kombinieren und anwenden, oder jene, die viel wissen, ohne damit etwas anfangen zu können?
Die Marburger Damen haben mit ihrem lückenhaften Test ungewollt gezeigt, wie weit das Bildungsniveau in Deutschland gesunken ist: Vor 18 Jahren erschien in bild der wissenschaft (Heft 9/1995, Seite 9) noch eine Mitteilung der Universitäten Sussex und Edinburgh über eine alltägliche Bedeutung des Differentialquotienten für Autofahrer. Anno 2012 gehört für Bildungstester die gesamte Mathematik nicht mehr zur Allgemeinbildung!
A. J. Roos, Bad Wörishofen
Das Ziel der Untersuchungen der hessischen Psychologinnen war nachzuweisen, dass Frauen nicht dümmer sind als Männer. Das ist ihnen mit dieser Untersuchung nicht gelungen, die Frauen schnitten unter den gestellten Bedingungen schlechter ab. Also wurden diese bei den Frauen geändert, bis das gewünschte Ergebnis erreicht war. Um die Ergebnisse vergleichen zu können, hätten die Bedingungen aber auch „männergerecht” optimiert werden müssen.
Hier wurde nicht ergebnisoffen geforscht, das Ergebnis ist nicht wissenschaftlich korrekt zustande gekommen. Schon die Fragestellung war schlecht. Frauen sind anders, nicht dümmer! Das weiß jeder Dumme.
Dr. Heinrich Barthel, Lüneburg
Das Beben in den Köpfen
Heft 12/2011
Ist es tatsächlich ein vernünftiger Kompromiss zwischen den Lagern „kategorisches Abschalten aller Kernkraftwerke (KKW) weltweit” auf der einen Seite und „bilanzierende Risiko-Nutzen-Abwägung” auf der anderen Seite, wenn als Ergebnis ein geregeltes Abschalten aller deutschen KKW nach Plan als Empfehlung herauskommt? Denn: „Alles sofort abschalten” ist ja ein völlig irrealer Standpunkt, der in keiner Weise umsetzbar wäre, auch nicht auf Deutschland beschränkt. Insofern hat dieses „ kategorische Lager” keinerlei Zugeständnisse gemacht.
Auf der anderen Seite stellt jedoch die Bereitschaft des „ abwägenden Lagers”, die „Möglichkeit von großen Katastrophen und von langfristigen Endlagerproblemen höher zu gewichten, als es den statistischen Erwartungswerten entsprach”, ein massives Zugeständnis dar. Sie bedeutet eine Abkehr vom Konzept der Risiko-Kommunikation durch die „Kraft der Argumente” (siehe bild der wissenschaft 7/2011, „Wie mit der Angst umgehen?”). Auch im Abschlussbericht der Risiko-Kommission steht auf Seite 52: „So wichtig die Risikowahrnehmung für Abschätzung, Management und Kommunikation sein kann, sie kann und darf kein Ersatz für rationale Politik sein.”
Insofern stellt die Geburt des „neuen nationalen Energiekonzeptes” eher ein politisches Diktat als rationale Politik dar. Mindestens hätte man eine europäische Lösung mit eventuellen nationalen Nuancen anstreben sollen, auch bei unter Umständen etwas länger dauernder Formulierungszeit. Werden denn die KKWs unserer Nachbarn anders bewertet als unsere eigenen? Ich sehe keine Möglichkeit, diese Kritik an dem Zustandekommen des Ergebnisses der Ethik-Kommission abzuschwächen.
Dr. Dietrich Ehrlich, per E-Mail
Die Stärken der Schwachen
Heft 1/2012
Als im Übergang vom 18. zum 19. Jahrhundert einige Frauen selbstbewusst aus der jahrhundertelang zementierten Tradition ausbrachen und als Dichterinnen, Lyrikerinnen oder Sängerinnen ihren eigenen Lebensunterhalt finanzierten, wurde diese Selbstständigkeit von vielen Persönlichkeiten jener Zeitepoche kritisiert.
Rousseaus 1762 formuliertes Konzept der Mädchenerziehung spielte dabei eine entscheidende Rolle: „Die Erziehung der Frauen sollte sich immer auf den Mann beziehen; zu gefallen, uns nützlich zu sein, uns zu lieben und unser Leben leicht und angenehm zu machen: das sind die Pflichten der Frau zu allen Zeiten, und das sollten sie in ihrer Kindheit gelehrt werden.” Heinrich von Kleist brachte die gesellschaftliche Stellung der Frau in einem Brief an Wilhelmine Zenge (Mai 1800) auf den Punkt: „Der Mann ist nicht bloß der Mann seiner Frau, er ist auch Bürger des Staates; die Frau hingegen ist nichts als die Frau ihres Mannes.”
Das bedeutet doch, dass die heute als „dependente Persönlichkeitsstörung” beschriebenen Charaktereigenschaften noch vor 200 Jahren von der Mehrheit der männlich geprägten Gesellschaft als hoch geachtete Tugenden der Frau angesehen wurden!
Dr. Ingrid Gabriele Erven, Dieburg





