von DAVID NEUHÄUSER
Das Augsburg des 16. Jahrhunderts war eine äußerst geschäftige Stadt mit etwa 30.000 Einwohnern. Handelsmagnaten – allen voran die berühmten Fugger – bauten den Fernhandel aus. Maler wie Hans Holbein d. Ä. und Hans Burgkmair d. Ä. sowie virtuose Kunsthandwerker wie Heinrich Cron und David Altenstetter machten die Stadt zu einem bedeutenden Kunstzentrum. Und geschäftstüchtige Buchdrucker produzierten einen Bestseller nach dem anderen. Besonders beliebt waren damals Werke eines Genres, das sich mit „Anleitungen zum Selbermachen“ zusammenfassen ließe; dazu gehörten die sogenannten Probierbüchlein, Kunstbüchlein und auch die Artzneybücher. Diese Bücher wurden sowohl von Spezialisten als auch von Laien gelesen. Nicht nur in Augsburg, sondern im gesamten Renaissance-Europa machten sich Leser daran, zu experimentieren, Kunst zu schaffen und eigene Medizin herzustellen.





