In der Gegend rund um das heutige Naturschutzgebiet „Crooked Tree Wildlife Sanctuary“ (CTWS) im Landesinneren von Belize leben schon seit rund 10 000 Jahren Menschen. Die ersten Jäger und Sammler-Völker siedelten sich dort um 8000 vor Christus an. Abgelöst wurden sie von späteren Zivilisationen wie den Maya, die dort bis etwa 200 nach Christus lebten, und schließlich von den Europäern im Zuge der Kolonialisierung Mittelamerikas. Doch wie genau sah das Leben in dem artenreichen Feuchtgebiet ursprünglich aus?
Rund 4000 Jahre altes Fischfangsystem
Um das herauszufinden, analysierte ein Team um Eleanor Harrison-Buck von der University of New Hampshire das artenreiche Naturschutzgebiet aus der Luft. Mithilfe von Drohnen und Satellitenbildern von Google Earth suchten die Anthropologen nach Spuren menschlichen Lebens in dem Feuchtgebiet. Dabei untersuchten sie auch ein vor rund 20 Jahren entdecktes riesiges Netzwerk von geradlinigen Kanälen, das offenbar die einstigen Bewohner Mittelamerikas in die Erde gegraben und mit Steinen, Holz und Schilf befestigt haben. Die Kanäle verbinden Flüsse mit Süßwasser und Lagunen mit Meerwasser und waren nur zu Hochwasserzeiten überflutet.

Die Analysen enthüllen nun, dass das Grabensystem aus 167 Kanälen besteht, die durchschnittlich 640 Meter lang sind – insgesamt 108 Kilometer. Ihr Aufbau mit komplexen Wehren, Sammelbecken, schmalen und bis zu 20 Meter breiten Kanälen legt den Forschenden zufolge nahe, dass die Urvölker das Grabensystem zum Fang von Fischen und Meerestieren genutzt haben. „Sie wurden entwickelt, um das jährliche Hochwasser in Quellteiche zum Fischfang zu leiten“, schreibt das Team. Um herauszufinden, wie tief und alt die inzwischen fast verschütteten Kanäle sind, gruben Harrison-Buck und ihre Kollegen drei von ihnen aus, nahmen Proben aus dem Sediment und bestimmten per Radiokarbondatierung ihr Alter. Demnach waren die Kanäle ursprünglich mindestens einen Meter tief und wurden etwa 2000 vor Christus ausgehoben.





