Wissenschaft zum Anfassen, verknüpft mit Spaß und Spiel: Seit 2009 lockt dieses Konzept große und kleine Besucher in das Science Center am Neckar. Der Erfolg führte zum Wachstum: In den letzten zwei Jahren wurde die experimenta zum größten Science Center Deutschlands ausgebaut. Seit April 2019 können die Besucher nun in vier Ausstellungswelten über 275 Exponate erleben sowie in neun Laboren experimentieren. Darüber hinaus sorgt der Science Dome für Wow-Effekte: In dem Hightech-Kuppelbau präsentiert die experimenta ihren Besuchern speziell produzierte 360-Grad-Filme, Livexperimente, verschiedene Arten von Shows und Wissenschaftstheater.
Eine Teleskop-Kuppel krönt die experimenta
Seit Juli 2019 hat das Science Center noch eine weitere Attraktion zu bieten: Eine Sternwarte auf dem Dach des Hauptgebäudes eröffnet den Besuchern das Reich der Astronomie. Ihr zentrales Element bildet Deutschlands größte All-Sky-Kuppel. Sie beherbergt ein leistungsstarkes Spiegelteleskop sowie ein Linsenteleskop, das mit speziellen Filtern ausgerüstet ist. „Es handelt sich bei der All-Sky-Kuppel um eine besondere Form einer Teleskop-Kuppel“, erklärt Mülheims: „Normalerweise besitzen diese Anlagen nur einen vergleichsweise kleinen Schlitz, durch den das Fernrohr blickt. Die All-Sky-Kuppel kann sich hingegen wie eine Muschel öffnen, sodass die Besucher der Sternwarte den gesamten Himmel betrachten können“.
Mülheims ist einer der beiden hauptamtlichen „Sternwärter“ der experimenta: Er und sein Kollege Markus Emmerich kümmern sich um die Technik, präsentieren Astro-Shows im Science Dome und betreuen abwechselnd die Gruppen aus jeweils zehn Besuchern in der Sternwarte. Die Astrophysiker geben dort Informationen, leisten Hilfestellung bei der Bedienung der Teleskope und beantworten Fragen. „Sie umfassen neben der Astronomie natürlich auch die Raumfahrt oder die Möglichkeit der Existenz außerirdischen Lebens“, sagt Mülheims. Bei all diesen Themen haben die Besucher das Gefühl, dem Himmel ganz nah zu sein: Die geöffnete All-Sky-Kuppel ermöglicht denjenigen, die gerade nicht durch ein Teleskop schauen, einen Panoramablick ins Firmament.
Scharfer Blick auf unseren Heimatstern
Man kann sich allerdings fragen, was es denn bei Tageslicht während der Öffnungszeiten der experimenta in der Sternwarte zu sehen gibt. „Am Tag lässt sich der hellste Stern am Himmel ideal beobachten: die Sonne“, sagt Mülheims. „Unser Heimatstern dient uns dabei auch als Beispiel für die fernen Sterne, die wir nachts nur als Punkte am Firmament erkennen können. Denn bei vielen spielt sich das gleich ab, was wir in unserer Sternwarte auf der Sonnenoberfläche beobachten können“. Der Blick geht dabei durch das große Linsenteleskop der All-Sky-Kuppel: Die Besucher können abwechselnd die Sonne ins Visier nehmen, während das Gesehene für alle sichtbar auf einem Bildschirm dargestellt wird. „Auch die flach über dem Horizont stehende Wintersonne können wir noch erfassen“, sagt Mülheims.





