Berechnungen zufolge müßte Octanitrocuban ein stärkerer Sprengstoff sein als alle bisher bekannten Substanzen. Philip Eaton von der University of Chicago und seinen Mitarbeitern ist es nun gelungen, einige Gramm des explosiven Materials herzustellen. Das US-amerikanische Militär testet bereits, ob die theoretischen Voraussagen über die Sprengkraft des Octanitrocubans zutreffend sind. Im Octanitrocuban-Molekül besetzen acht Kohlenstoffatome die Ecken eines Würfels, und an jedem hängt eine Nitro-Gruppe. Die Bindungen zwischen den Kohlenstoffatomen bilden ungewöhnlich spitze Winkel. Deshalb ist das Molekül extrem „gespannt”. Wenn es auseinanderfliegt, wird viel Energie frei. Bei der Explosion verbrennt der Kohlenstoff mit dem Sauerstoff der Nitro(NO2)-Gruppen zu Kohlendioxid. Gleichzeitig wird der Stickstoff frei. Diese Gasentwicklung führt zu gewaltigen Stoßwellen.
Rüdiger Vaas





