Ein bodenständiges Thema hat sich die US-Forscherin Sera Young von der Cornell University in Ithaca vorgenommen: Warum essen Menschen Erde? Die sogenannte Geophagie ist besonders bei Völkern in tropischen Regionen verbreitet. Wissenschaftler spekulieren seit Langem über den Grund dafür. Eine Hypothese besagt, dass das Essen von Erde oder Lehm den Hunger bei Nahrungsmittelknappheit stillen soll, andere Forscher meinen, Geophagie resultiere aus dem Bedürfnis nach Spurenelementen wie Eisen, Zink oder Kalzium. Eine dritte Erklärung ist richtig, fand Young heraus, als sie eine Meta-Studie über 480 Fälle von Geophagie durchführte: Verzehr von Erde soll gegen Keime und Gifte immun machen. In den Tropen, wo Lebensmittelinfektionen häufig sind, essen vor allem schwangere Frauen und Kinder Erde – insbesondere bei Magen- oder Darmproblemen. Auch hierzulande wird von manchen Heilpraktikern empfohlen, Heilerde zu essen – insbesondere bei Sodbrennen. Wissenschaftlich erwiesen ist die Wirkung allerdings nicht.





