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„Die meisten von uns werden noch mitbekommen, wie die Lebenserwartung der Menschen drastisch ansteigt”, erklärte der amerikanische Präsidentenberater Ray Kurzweil auf einer Tagung des Wissenschaftszentrums Nordrhein-Westfalen. Vor allem die Stammzellenforschung würde dies ermöglichen.
Stammzellen bilden unreifes Gewebe und können sich zu fast allen Körperzellen weiterentwickeln. Die Forscher hoffen, daß man mit ihrer Hilfe eines Tages beschädigte Organe heilen kann.
Medizinisch vielversprechend scheint vor allem, kranke Herzen oder altersschwache Gehirne mit Stammzellen zu verjüngen. Aber auch andere Organe wie die Leber, die Bauchspeicheldrüse oder die Haut sollen bei Bedarf mit Stammzellen aufgefrischt werden. In Tierexperimenten funktioniert das bereits. So gelang es Forschern aus Chicago, alten Ratten ein jugendliches Gedächtnis zu verleihen, indem sie den Tieren menschliche Stammzellen ins Gehirn injizierten.
Stammzellen gibt es im Körper jedes Erwachsenen, etwa im Knochenmark oder an den Außenwänden der Hirnkammern. Eine weitere mögliche Quelle sind menschliche Embryonen. In Tierversuchen haben sich deren Zellen als besonders anpassungsfähig und robust erwiesen, weshalb sie aus Sicht der Ärzte sicher oft die erste Wahl wären. Noch besser wären nach Meinung vieler Forscher Stammzellen aus einem embryonalen Klon des Patienten. Den Embryo könnten Biotechnologen mit der gleichen Methode herstellen, mit der auch das Klonschaf Dolly geschaffen wurde. Zellen eines Klons würden im Körper des Patienten keine unerwünschten Reaktionen der Körperabwehr hervorrufen.
Folgendes Szenario könnte noch in diesem Jahrzehnt Wirklichkeit werden: Ein Patient erkrankt an Parkinson. Ursache des Leidens ist, daß in seinem Gehirn eine bestimmte Zellgruppe zugrunde gegangen ist. Um diese zu ersetzen, wird in einem Speziallabor aus einer Körperzelle des Patienten ein embryonaler Klon gezüchtet. Der Embryo wird getötet, um aus ihm Nervenzellen zu gewinnen. Diese werden im Reagenzglas zu den verlorengegangenen Hirnzellen weitergezüchtet. Diese transplantieren Ärzte in das Gehirn des Patienten, wo sie die Funktion der ausgefallenen Zellen übernehmen.
Andreas Wawrzinek





