Fünf kleine, teils vollständig erhaltene Elfenbeinfiguren haben Wissenschaftler um Nicholas J. Conard vom Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters der Universität Tübingen entdeckt. Fundort ist eine Höhle am Vogelherd im Lonetal bei Ulm, die schon 1931 für eine wissenschaftliche Sensation gesorgt hatte: Der Archäologe Gustav Riek barg dort die Bruchstücke von elf Elfenbeinfiguren. Auf die neuen Kunstwerke stießen die Forscher beim Durchsieben einer Abraumhalde, die nach den Grabungen von 1931 vor der Höhle auf der Schwäbischen Alb zurückgeblieben war. Eine der wenige Zentimeter großen Figuren stellt ein völlig unzerstörtes Mammut dar, außerdem wurden gut erhaltene Teile eines Löwen gefunden und die Bruchstücke eines weiteren Mammuts. Die beiden anderen Figuren lassen sich bislang nicht deuten. Die Plastiken sind mit feinen Ritzlinien verziert. Die Tübinger Wissenschaftler datierten die künstlerisch hochwertigen Arbeiten auf 36 000 bis 30 000 Jahre vor heute. Die Tierfiguren bezeugen nicht nur die hohe Kunstfertigkeit der eiszeitlichen Menschen, sie bestärken die Forscher auch darin, dass Mammut und Löwe für die Menschen damals eine große Bedeutung hatten – etwa als Utensilien für Schamanen oder als Zeichen der Clan-Zugehörigkeit.
Über die Ergebnisse der Nachgrabung kann man sich bis zum 13. Januar 2008 im Urgeschichtlichen Museum in Blaubeuren informieren. Die Tierplastiken selbst werden im Herbst 2009 erstmals in der baden-württembergischen Landesausstellung „ Kulturen und Kunst der Eiszeit” in Stuttgart gezeigt.





