Der Anbau von Pflanzen, um Biokraftstoff zu erzeugen, steht in der Kritik, weil so Ackerflächen blockiert werden, auf denen sonst Nahrungsmittel wachsen könnten. Doch beide Arten von Landbau müssen nicht miteinander konkurrieren, stellten jetzt Forscher am Institut für Ökologischen Landbau im schleswig-holsteinischen Westerau fest. Die Agronomen entwickelten ein neues Anbaukonzept, bei dem sich auf derselben Fläche gleichzeitig beides realisieren lässt. Man sät etwa zwischen Getreide oder Hülsenfrüchte Energiepflanzen, die einen Teil des sonst dort sprießenden Unkrauts ersetzen. Aus Pflanzen wie Raps, Senf oder Färberdistel lässt sich Öl gewinnen, das als Biosprit dienen kann.
Die Wissenschaftler experimentierten vor allem mit alten Nutzpflanzen wie dem Leindotter, der früher in Deutschland häufig angebaut wurde. Dabei fanden sie heraus, dass er sich besonders gut für die Mischkultivierung mit Erbsen, Lupinen und Weizen eignet. Deren Ertrag wird durch die Kombination mit der Ölpflanze nicht geschmälert. Vorteile soll das Anbaukonzept vor allem für ökologisch bewirtschaftete Betriebe bieten, die ihre Landmaschinen mit Pflanzenöl aus den Energiepflanzen betanken könnten.





