Was aber geschieht, wenn die Fertilität weiter sinkt? Nach einem der verschiedenen Szenarien, die auf der Konferenz präsentiert wurden, erreicht die Weltbevölkerung im Jahre 2050 mit 7,5 Milliarden Menschen ihr Maximum. Anschließend geht es abwärts: Im Jahre 2150 leben danach nur noch 5,3 Milliarden Menschen auf der Erde, soviel wie in den neunziger Jahren. Nach Schätzungen der UN, die noch von einem moderateren Sinken der Fertilität ausgehen, werden dann 33 Prozent der Menschen 60 Jahre oder älter sein, heute sind es lediglich rund 10 Prozent. Niedrigere Fertilitäten werden diese Situation noch verschärfen. Für die Welt mag dies noch ein ungewisses Zukunftszenario sein. In Europa steht diese Entwicklung bereits vor der Tür. Hier sind die Kinderzahlen pro Frau schon seit geraumer Zeit niedrig. Im Jahre 2050 werden nach UN-Schätzung noch etwa 600 Millionen Menschen leben, 100 Millionen weniger als zurzeit. Von diesen Menschen werden rund 37 Prozent 60 Jahre oder älter sein, derzeit sind es etwa 20 Prozent. Die Gründe für den weltweiten Kinderschwund sind vielschichtig. Heute leben rund die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten, in Zukunft werden noch wesentlich mehr sein. Während Kinder auf dem Land eine Hilfe sein können, stellen sie in Städten eher eine Belastung dar. Frauen sind zunehmend besser ausgebildet und übernehmen mehr und mehr Verantwortung in Beruf und Gesellschaft. Für Kinder bleibt da keine Zeit. “Die Frauen stimmen mit ihren Bäuchen ab”, charakterisiert das britische Wissenschaftsmagazin ” New Scientist den Zusammenhang. Die nordeuropäischen Länder kennen vielleicht einen Ausweg. Dort haben Frauen europaweit die höchsten Kinderzahlen. Die durchschnittliche Schwedin bekommt wie die Durchschnitts-Britin im Schnitt 1,6, die Norwegerin gar 1,8 Kinder. Das Geheimnis: Die männlichen Partner beteiligen sich häufiger an der Kindererziehung, der Staat stellt Kinderhorte und Teilzeitstellen zur Verfügung. “Die beste Familienpolitik ist die, die es den Müttern ermöglicht, ein eigenes Einkommen zu erwirtschaften”, sagt Rainer Münz Bevölkerungswissenschaftler an der Humboldt-Universität in Berlin. Lesen Sie hierzu auch das Interview von Wissenschaft.de mit dem Bevölkerungswissenschaftler Rainer Münz .
Weiterführende Links:
Webseiten der UN Population Division in New York Ausführliches Handbuch zur Demographie vom Berlin-Institut für Weltbevölkerung und globale Entwicklung Informationen zur Bevölkerungsentwicklung in Deutschland vom Statistischen Bundesamt
Bericht der Zuwanderungskommission





