Wenn mit dem menschlichen Körper etwas nicht stimmt, kann sich dies nicht nur in äußerlichen Symptomen zeigen, sondern auch durch die Entwicklung spezieller Geruchsstoffe. Seit der Antike haben Ärzte bei bestimmten Leiden auch ihre Nase zu Rate gezogen. Die moderne Medizin knüpft daran an. Mittlerweile ist bekannt, dass sich etwa bei bestimmten Krebserkrankungen, Diabetes oder sogar Malariainfektionen spezifische Geruchsstoffe bilden. Medizintechniker arbeiten bereits daran, sie durch „technische Nasen“ zu erfassen, doch bisher sind diese Geräte noch lange nicht so leistungsfähig wie das natürliche Vorbild: die Hundenase. Speziell trainierte Diagnose-Hunde haben bereits ihre Treffsicherheit bei der Erkennung von verschiedenen Erkrankungen wie Diabetes und Krebs unter Beweis gestellt.
Gibt es den Anfallsgeruch?
So kam die Frage auf, ob die Tiere auch einen spezifischen Geruch erfassen können, der mit epileptischen Anfällen verknüpft ist. Dies schien fraglich, weil Epilepsie nicht mit klaren Stoffwechsveränderungen verknüpft ist und es viele verschiedene Formen und Ursachen gibt. Letztlich führen sie aber alle zu einer Art Gewitter aus Nervenimpulsen im Gehirn, bei dem der Betroffene oft von Krämpfen geschüttelt wird und die Kontrolle verliert. Ob es einen Geruchsstoff gibt, der mit diesen epileptischen Anfällen generell verknüpft ist und von Hunden erfasst werden kann, haben die Forscher um Amélie Catala von der Université de Rennes nun untersucht.
Im Rahmen der Studie kamen fünf Hunde zum Einsatz, die bereits als medizinische Spürhunde zur Erkennung anderer Krankheiten im Einsatz waren. Zunächst wurde den Tieren beigebracht, den Geruch von Epilepsie-Patienten bei einem Anfall mit einer Belohnung zu verknüpfen. Konkret heißt das: Die Tiere lernten zu einem Behälter zu gehen, in dem ein Tupfer liegt, mit dem zuvor der Schweiß eines Patienten bei einem Anfall aufgenommen worden war. Den Fund zeigt der Hund an, indem er bei dem Behälter kurz verharrt. Wenn er alles richtig gemacht hat, bekommt er schließlich einen Leckerbissen.
Nach diesem Vortraining folgten die eigentlichen Tests: Dazu wurden die Tiere jeweils mit sieben Behältern konfrontiert. In diesen lagen von Epilepsie-Patienten bereitgestellte Geruchsproben. Bei nur einer handelte es sich um eine Probe, die im Zusammenhang mit einem Anfall genommen worden war. In den anderen Behältern befanden sich hingegen Geruchsproben des gleichen Patienten, die von Alltagssituationen oder sportlichen Aktivitäten stammten. Bereitgestellt wurden sie von insgesamt neun Epileptikern, deren Erkrankung unterschiedliche Formen und Ursachen aufwies. Jeder der fünf Hunde sollte also neun Mal aus den sieben Behältern denjenigen mit der Anfall-Probe heraus-schnüffeln.





