Ausgezeichnet als Wissenschaftsbuch des Jahres in der Kategorie ÜBERBLICK Das Buch, das den Hintergrund eines Themas am besten ausleuchtet
Heiße Luft diese Umschreibung für Inhaltslosigkeit und Leere ist eine Beleidigung für das Gasgemisch der Erdatmosphäre. Davon dürfte jeder Leser überzeugt sein, wenn er das Buch von Gabrielle Walker zuklappt. Schon im Prolog, in dem man den Sturz des Piloten Joe Kittinger im Jahr 1960 aus 21 Kilometer Höhe durch die Erdatmosphäre atemlos verfolgen kann, macht Gabrielle Walker deutlich, dass Luft eine “der wunderbarsten Substanzen im Universum” ist.
Die Autorin, leitende Redakteurin beim britischen New Scientist, belegt dies nicht nur mit Fakten und Daten, sondern erzählt auch spannende Geschichten von Menschen, die im Laufe der Jahrhunderte Erkenntnisse über die Luft zusammengetragen haben. Dabei verknüpft sie geschickt Geophysik mit Biologie und Medizin, erzählt beispielsweise, wie Galileo Galilei das Gewicht von Luft bestimmte, Antoine Lavoisier das Prinzip der Atmung entdeckte oder wie der Brite Jim Lovelock seine Gaia-Theorie entwickelte.
Aktuell ist das Buch obendrein: es schlägt einen großen Bogen zur gegenwärtigen Klimadebatte. Nicht zuletzt ist es in einer Sprache geschrieben, die einfach Freude macht. Kurz: “Ein Meer von Luft” ist eine Insel in jenem Meer von Wissenschaftsbüchern, die oft nur ein “Mehr vom Selben” bieten.
Jurymitglied Barbara Ritzert, freie Wissenschaftsjournalistin