Mitte des 19. Jahrhunderts reichte das Eis des Grindelwaldgletschers, der sich am Ostrand des Eigers entlangschlängelt, bis in fast 1700 Meter Meereshöhe. Es drückte gegen die Felswand und stabilisierte sie. Inzwischen hat sich der Gletscher weit zurückgezogen. Seine Reste – das Toteis – üben kaum noch Druck auf die Bergflanke aus. Das ließ im Sommer 2006 eine riesige Bergnase abbrechen. Der mächtige Steinklotz löste sich. Ein Teil rutscht seither talwärts ins Eis. Bergwasser, das unter dem abgleitenden Felsblock strömt, wirkt wie ein Schmiermittel. Der Hang sackt immer weiter in Richtung Tal und ragt inzwischen über 40 Meter von der Felswand weg. Insgesamt gerieten an der Eiger-Ostwand durch den Eisschwund rund zwei Millionen Kubikmeter Gestein ins Rutschen.





