In der Höhle bei Düsseldorf, wo das erste Exemplar eines Homo sapiens neanderthalensis gefunden wurde, lagen außerdem die Knochen von mindestens zwei weiteren Individuen. Das berichten Forscher um Ralf Schmitz von der Universität Tübingen, die 1997 und 2000 bis dahin verschollene Überreste aus der ursprünglichen Fundstätte fanden.
Die Fundstätte im Neandertal ist damit die erste aus dem Eiszeitalter, die Überreste von mehr als einem Frühmenschen enthalten hat, schreiben Schmitz und seine Kollegen in der Zeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences.
Diese Neandertaler lebten vor etwa 40.000 Jahren in der Gegend der Kleinen Feldhofer Grotte, in der Arbeiter die Knochen 1856 entdeckten. Beim Abbau des Kalksteins wurde die Grotte jedoch zerstört.
Erst 1997 entdeckten Schmitz und seine Kollegen die Stelle wieder, an der die Kleine Feldhofer Grotte einst gelegen hatte. 2000 führten sie weitere Ausgrabungen durch. Dabei kamen 62 neue Knochenstücke zum Vorschein, die jedoch kleiner und stärker zersplittert sind als die 1856 gefundenen Fragmente.
Dennoch konnten die Forscher belegen, dass ein Teil der Knochen von zwei weiteren Neandertalern stammt, einem Erwachsenen und einem 11 bis 14 Jahre alten Jugendlichen. Erbgutanalysen ergaben, dass der erwachsene Neandertaler mit dem vor rund 150 Jahren gefundenen nicht mütterlicherseits verwandt war.
Ute Kehse





