Nicht erst seit dem Kinohit Jurassic-Park sind Dinosaurier in aller Munde. Schon vor knapp 200 Jahren sorgten Fossilfunde der prähistorischen Riesen für erheblichen Wirbel. Die gigantischen Knochenreste…
Nicht erst seit dem Kinohit Jurassic-Park sind Dinosaurier in aller Munde. Schon vor knapp 200 Jahren sorgten Fossilfunde der prähistorischen Riesen für erheblichen Wirbel. Die gigantischen Knochenreste passten einfach nicht ins damalige Weltbild, das noch von der biblischen Schöpfungsgeschichte geprägt war. Ein Sensationsfund nach dem anderen kam Anfang des 19. Jahrhunderts ans Licht und erschütterte die alten Vorstellungen.
Die englische Journalistin Deborah Cadbury lässt diese spannende Zeit der Umwälzung, die zugleich die Geburtsstunde der Geologie war, wieder aufleben. Sie schildert, wie schwer es damals Wissenschaftler und gebildete Laien hatten, sich mit ihren bahnbrechenden Erkenntnissen gegen die Elite der traditionalistischen Holzköpfe durchzusetzen. Deutlich wird dabei auch der Klassendünkel, der damals die Wissenschaftsszene beherrschte. Wer aus einfachen Verhältnisse stammte, bekam kaum Zugang zu den einflussreichen Zirkeln.
Deborah Cadbury erzählt von der bettelarmen Mary Enning, die viele Fossilien entdeckte und sich ein profundes Wissen aneignete, ohne Gehör zu finden. Und sie berichtet vom englischen Schustersohn und Landarzt Gideon Mantell, der Knochenreste als erster richtig als die Überbleibsel einstiger Riesenechsen interpretierte, obwohl schließlich der berühmte Paläontologe Richard Owen die Lorbeeren für die Entdeckung der Dinosaurier kassierte. Das Buch besticht, weil es den Zeitgeist fast wie in einem Roman widergibt.
Klaus Jacob