Was ist New Work?
Ursprünglich gehen der Begriff und die Idee von New Work auf den Philosophen Frithjof H. Bergmann (1930-2021) zurück. Bergmann entwickelte den Rahmen für New Work bzw. „Neues Arbeiten“ in den 1980er Jahren als Reaktion auf den Kapitalismus. Mittlerweile wurde der Begriff aus seiner ehemaligen Bedeutung herausgelöst und beschreibt Maßnahmen, Beobachtungen und Wünsche, wie sich die Berufswelt verändert.
Postwachstum
Von vielen gewollt, von vielen gefürchtet und dennoch ein unumstößlicher Fakt: Das Zeitalter des lange gepriesenen Wachstums ist vorbei. Dies hat nicht nur etwas mit dem sozialen Wandel zu tun, sondern auch damit, dass kontinuierliches Wachstum immer mit Ausbeutung verbunden ist, entweder durch das Verbrauchen von endlichen Ressourcen wie Öl, Metallen oder Platz oder durch die unangemessene und unfaire Behandlung von Menschen und ihrer Arbeitskraft. Der Planet und die globale Gesellschaft haben ihre Grenzen schon vor langem erreicht und es wird immer klarer, dass es so nicht weiter gehen kann.
Anstatt auf weiteres Wachstum zu beharren, sollten sich Wirtschaft, Unternehmen sowie Arbeitnehmer auf die Zeit des Postwachstums einstellen, in der kapitalistisch geprägte Vorstellungen von Karriere und Erfolg in den Hintergrund treten. Sie werden ersetzt durch Werte, die nicht mehr unbedingt an harte Faktoren wie Einkommenshöhe und Statussymbole gekoppelt sind, sondern die mit weichen Faktoren wie Sinnhaftigkeit, Gestaltungsmöglichkeiten und Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben verbunden sind.
Sinn-Ökonomie
Durch die Industrialisierung, die Entwicklung von Robotern und Künstlicher Intelligenz (KI) wird eine Vielzahl anstrengender, monotoner und sich wiederholender Vorgänge von Maschinen erledigt. Dieser Trend wird sich fortführen, weshalb immer weniger Menschen in dieser Art der Arbeit beschäftigt sein werden. Dadurch rücken Fähigkeiten wie Kreativität und Empathie wieder in den Fokus. Das Lösen von Zukunftsaufgaben bestimmt das Tun und stiftet einen neuen Sinn von Arbeit. In der sogenannten Sinn-Ökonomie wird ein verändertes Verständnis von Fortschritt, bei dem das beste und nicht das neueste Produkt das wertvollste ist, impliziert. Doch dies ist nicht nur relevant für Produkte, sondern auch für Strukturen innerhalb der Unternehmen.
Work-Life-Blending
Die ehemalige Work-Life-Balance hat so gut wie ausgedient. An ihre Stelle tritt das sogenannte Work-Life-Blending. Die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben verschwimmen, nicht zuletzt weil ein flexibleres Arbeiten möglich ist. Ein fließender Übergang zwischen Arbeits- und Privatleben ermöglicht den Arbeitnehmern, flexibel auf private Umstände zu reagieren, selbstbestimmt zu arbeiten und damit produktiver zu sein. Dies sorgt für zufriedenere Arbeitnehmer, da die Arbeit sich an das jeweilige Leben anpasst und nicht andersherum. Jedoch birgt das Konzept des Work-Life-Blending auch die Gefahr, die eigenen Grenzen zu missachten und so das Gefühl von Erholung und Struktur einzubüßen.





