Wie Richard von Schirach stringent darstellt, waren die Forscher während der Kriegsjahre zwar technologisch noch weit von einer funktionsfähigen Atombombe entfernt, klar wird aber auch, dass die Physiker-Elite um Heisenberg, Hahn und von Weizsäcker bis zuletzt zu deren Bau entschlossen gewesen ist. Fehlende Detailkenntnisse und kriegsbedingter Rohstoffmangel verhinderten ihn. In gelungener Montage verwebt der Autor die Geschichte des US-amerikanischen „Manhattan-Projekts“ zur Entwicklung einer eigenen Atombombe und den Technologietransfer von Deutschland in die USA nach Kriegsende mit der Gefangenschaft und den dabei entstandenen Verhörprotokollen der deutschen Atomforscher. Darüber hinaus bereitet von Schirach in seinem abwechslungsreich geschriebenen Buch interessante Details über den letzten deutschen Atomreaktor im baden-württembergischen Haigerloch auf wie auch über Otto Hahn, den Entdecker der Atomspaltung, der sich bereits im Ersten Weltkrieg einen Namen als „Sachverständiger für Gas“ machte.
Rezension: Christian Volkholz





