Ios Nordpol: Die Aufnahme der Raumsonde Juno vom 30. Dezember 2023 zeigt Berge von 3,7 bis 9,8 Kilometer Höhe. Sie sind teilweise oder vollständig von hellen, diffusen Ablagerungen bedeckt – wahrscheinlich Schwefeldioxid-Frost von Gasen, die aus dem Mondinneren entwichen sind. Deutlich lassen sich auch ausgedehnte, dunkle Strömungsfelder erkennen (besonders aktiv: Lei-Kung Fluctus, oben links). Sie sind von weißen Ablagerungen umgeben, die möglicherweise durch Hitze von der Oberfläche abgelöst wurden. · Foto: NASA / JPL-Caltech/SwRI / MSSS / Bildbearbeitung: Gerald Eichstädt
Extremer Vulkanismus und Erosionsprozesse auf dem Jupitermond Io – die Raumsonde Juno überrascht mit neuen Erkenntnissen.
von THOMAS BÜHRKE
Am 9. März 1979 machte die Astronomin Linda Morabito vom kalifornischen Jet Propulsion Laboratory der NASA eine aufsehenerregende Entdeckung: Auf einer der Aufnahmen, welche die Raumsonde Voyager 1 vom Jupitermond Io zur Erde gefunkt hatte, bemerkte sie eine schirmförmige Wolke. Sie stammte von einem Vulkan. Nie zuvor hatte man bis dahin außerhalb der Erde ein solches Phänomen gesehen. Die vier Monate später eintreffende Schwestersonde Voyager 2 bestätigte den Vulkanismus und konnte sogar Veränderungen feststellen, die sich zwischen den beiden Vorbeiflügen ereignet hatten.