UNS ERE HIGHLIGHTS DIESEN MONAT

TITEL
DAS ENDE DER NEANDERTALER
Vor rund 40 000 Jahren starben die Neandertaler aus. Schuld daran waren keineswegs kriegerische Auseinandersetzungen mit Homo sapiens, wie die Anthropologen lange dachten, sondern schlechte Gene. Die Frühmenschen wurden schlicht ausgemendelt.
SUPERNOVA, STERNENWIND UND RADIOAKTIVE SPUREN
Atomare Uhren helfen Astronomen, die Geburt unseres Sonnensystems zu verstehen. Dabei sind die Wissenschaftler auf Spuren brachialer kosmischer Katastrophen in der Frühzeit der Planetenentstehung gestoßen. Das Foto zeigt den 7000 Lichtjahre fernen Blasen-Nebel, der durch den Wind eines Riesensterns entstanden ist.
PIZZA FÜR MATHEMATIKER
Wie sich Kreise zerlegen lassen, ist eine hohe Kunst für Mathematiker. Dabei geht es auch um Methoden, mit denen sich eine Pizza gerecht in ungleiche Stücke aufteilen lässt.
LEBEN MIT DER NEUEN NIERE
Ein fremdes Organ hilft, wieder Freude am Leben zu haben. Doch eine Transplantation erhöht auch das Krebsrisiko. Und die seelische Belastung ist enorm.
SAUBER ZUR SEE
Die meisten Schiffe verbrennen Schweröl als Kraftstoff – was die Luft über den Weltmeeren stark belastet. Moderne Ökoschiffe sollen die Seefahrt sauberer machen.
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Editorial
Auch in der Wissenschaft menschelt es
„Hochmütiges Grinsen, hämische Kommentare: Mehr als ein Jahrzehnt der Demütigungen liegt hinter Erik Trinkaus. Das war der Preis, den viele Kollegen ihn zahlen ließen, weil er unbeirrbar seine Außenseitermeinung vertrat.” So beginnt Thorwald Ewe seine Titelgeschichte über die neue Sicht zum Aussterben der Neandertaler. Die bulligen europäischen Ureinwohner und die grazilen anatomisch modernen Zuwanderer haben sich gepaart und Mischlingsnachkommen gezeugt, behauptet Trinkaus, der heute 67-jährige Paläoanthropologe an der Washington University in St. Louis/Missouri, schon lange. Doch erst jetzt – nachdem mehrere genetische Untersuchungen mit seiner Interpretation übereinstimmen – schwenkt die wissenschaftliche Community auf seine Version um: Nicht im Blutbad sind die Neandertaler versunken, sondern durch genetische Selektion. Etwa 20 Generationen, nachdem aus der Mischehe eines anatomisch modernen Menschen und eines Neandertalers Nachkommen entstanden, ist die Neandertaler-DNA bis auf unter drei Prozent „ausgemendelt”.





