Fast zögerlich scheint der Schöpfer der ältesten bekannten Frauenfigur ans Werk gegangen zu sein: Die 32 000 Jahre alte Schieferstatuette aus Niederösterreich wirkt zart und zerbrechlich. Die meisten anderen Darstellungen altsteinzeitlicher Urmütter haben dagegen üppige Brüste und ausladende Becken. Sie verkörpern das Prinzip der Fruchtbarkeit und symbolisieren den Kreislauf des Lebens. Schließlich war es vor allem die Muttermilch, die im Zeitalter der Jäger und Sammler das Überleben des Nachwuchses sicherte. Wohl fast vier Jahr lang wurden die Kleinkinder gestillt. Als sich die Eisdecken vor etwa 11 500 Jahren zurückzogen und die Menschen sesshaft wurden, standen auch Getreidebrei und die Milch von Haustieren auf dem kindlichen Speiseplan. Eine Veränderung, die auch in der Darstellung der Urmütter – mit nun kleineren Brüsten – ihren Ausdruck fand.
Museum Burghalde Schlossgasse 23 CH-5600 Lenzburg www.lenzburg.ch Eintritt: SFr 5,–





