Das früher bei der Pockenimpfung verwendete Vacciniavirus hat eine besonders effiziente Art entwickelt, sich in einem Organismus auszubreiten: Hat es eine Zelle befallen, bringt es diese dazu, zwei fadenförmige Proteine zu produzieren. Das haben Wissenschaftler um Geoffrey Smith vom Imperial College London beobachtet. Die Proteine dienen anderen Viren als Signal dafür, dass die Zelle infiziert – also quasi „besetzt” – ist. Zudem benutzen die ankommenden Viren die Proteinfäden als Sprungbrett für ihre Suche nach noch unbesetzten Zellen.
Auf diese Weise können sich die Viren viermal schneller ausbreiten, als aufgrund ihrer Reproduktionsrate eigentlich zu erwarten wäre. Nachgewiesen haben die Forscher die Funktion der länglichen Proteine zwar bisher nur am Vacciniavirus. Der Mechanismus könnte jedoch auch bei anderen Viren wie Herpes simplex eine Rolle spielen, was deren ungewöhnlich hohe Ausbreitungsgeschwindigkeit erklären würde.





