Durch Deutschland tourt derzeit ein grellgelbes Schiff mit einer Ausstellung über den Körper. Die Deutsche Krankenversicherung und das Hygiene-Museum in Dresden haben aus einem stählernen Kahn einen avantgardistischen Pavillon gezaubert. Aus vagen Ideen und nach einer turbulenten Entstehungs- geschichte ist eine schillernde Wissenschafts-Show entstanden.
An diesem kalten Dezembermorgen steht Angelo Beyer an einem der Häfen Berlins und wartet. Der zweite Mann lässt sich nicht blicken. Sie sind schon spät dran. Die Sache mit 4305? Beyer nickt. Beyer, ein untersetzter Mann mit dunklem Schnurrbart, ist Binnenschiffer, früher war er bei der DDR-Marine. Er soll das Schiff nach Duisburg bringen. Beyer sagt: „Das ist noch ein alter Schubleichter aus DDR-Zeiten.” Vorne am Bug steht die Nummer: 4305. Ein Leichter ist ein lang gestreckter Kasten aus Stahl. „ Hohle Vögel” nennen manche Schiffer die Lastkähne, die von einem angekoppelten Schubschiff geschoben werden und zu allem Möglichen dienen. Für Sondertransporte zum Beispiel oder für Arbeiten an Brückenbaustellen. Die Armeen des Warschauer Paktes, erzählt Beyer, ließen Leichter als schwimmende Panzerbrücken bauen. 4305 ist frisch mit schwarzer Farbe gestrichen. Der Leichter soll Furore machen, den ganzen Sommer mit einem exklusiv entworfenen Pavillon durch Deutschland schippern und eine Ausstellung über den Körper präsentieren, die es so noch nie gegeben hat. Das sagen ihre Macher. „bodytravel” haben sie die schwimmende Show getauft. Der zweite Mann ist da. Beyer löst die Taue, und das über 60 Meter lange und 250 Tonnen schwere Stahlschiff schiebt sich langsam durchs Eis, vorbei an den Neubauten und der Liebesinsel, in die Spree, dann immer nach Westen. bodytravel sollte immer beides sein: eine Wissenschaftsausstellung und ein Imageprojekt. Wissenschaftlich wird die Schau betreut vom Hygiene-Museum in Dresden, bezahlt von der Deutschen Krankenversicherung, der DKV. Gut 2,5 Millionen Euro war das Prestigeprojekt der größten europäischen Privatkrankenkasse zu ihrem Jubiläum wert. „Wir wollten keine Ausstellung über Krankheiten machen, sondern Faszination für den Körper wecken”, sagt Karin Baumhöver. Sie ist eine impulsive Frau mit blonden Haaren, und manchmal blitzt ihr der Schalk aus den Augen. Baumhöver leitet die Imageprojekte der DKV, und bodytravel ist ihr Baby. Es wurde aus der Not geboren. Zu Beginn der Planungen wollte die DKV mit einem überdimensionierten Zelt in Form einer liegenden Figur durch Deutschland touren. Die Roadshow platzte. „ Die zuständige Agentur hatte nichts richtig berechnet”, erregt sich Baumhöver noch heute. Mögliche Standplätze für das Zelt seien nicht überprüft worden. Und ab Windstärke 6 hätte sich die liegende Figur wie ein fliegender Robert in die Lüfte erhoben. „ Es gab spektakuläre Sitzungen, bei denen sich alle angebrüllt haben”, erinnert sich Baumhöver. Zwar stieg bald ein neues Ausstellungsbüro ein, die Berliner Agentur „x:hibit”. Doch es war klar, dass die Zeit davonrennen würde. Erst letztes Jahr im April kam die rettende Idee: kein Zelt, sondern ein Schiff! Vieles sprach für das Schiff. Da sich der ständige Auf- und Abbau erübrigen würde, könnten beträchtliche Kosten gespart werden. Zudem brächte der umweltfreundliche Transport auf dem Wasser einen zusätzlichen Werbebonus. Inzwischen ist es Anfang Januar. Der Nebel über dem Duisburger Hafen kriecht in die Knochen. Am Becken C liegt die Triton-Werft, 100 Jahre ist sie alt. Die großen Zeiten, in denen hier neue Schiffe gebaut wurden, sind freilich vorbei. „Die Konkurrenz aus China oder Rumänien ist einfach zu groß”, sagt Klaus-Jürgen Ziemann. „Wir machen meist nur Reparaturen.” Ziemann ist gelernter Schiffbauer und auf der Werft, so sagt er, „das Mädchen für alles”. Ein schlanker Mann mit Blaumann und Brille, der sich flink auf der abschüssigen Helling bewegt, dem Bauplatz der Werft, an dem das Hafenwasser leckt. Dorniges Gestrüpp überwuchert den Schrott am Rande – ein vergessener Strand der Industrie. Eine mächtige Stahlseilwinde zieht 4305 auf Fahrgestellen an Land. Von nahem wirken die Schiffswände narbig und roh. In wenigen Tagen wird das Deck mit Brennschneidern aufgetrennt werden, um die Fäkalien- und Frischwassertanks einzusetzen. Dann soll den Leichter ein Hallenbau krönen. Nicht irgendeine Halle – eine Halle mit „ Hypersurface”. Das rechnergestützte Hypersurface-Design stammt von dem kalifornischen Architekten Greg Lynn, der weniger Symmetrie und mehr biologische Form forderte. Mit ihren Wellen und Rundungen, großen und kleinen Einbuchtungen, mutet das Computermodell der bodytravel-Halle tatsächlich an wie ein orange leuchtendes Urtierchen. „Wir wollten auf Körperlichkeit, Bewegung, Mobilität anspielen”, sagt Johannes Krug. Der dunkelhaarige Mann, der das „r” beruhigend rollt, ist Geschäftsführer von x:hibit. Die Agentur hatte von Beginn an empfohlen, die Ausstellung auf eine klare Zielgruppe auszurichten: jene Menschen, die täglich an Computern sitzen, mit digitalen Medien arbeiten, ein Designbewusstsein haben. Diesem Lebensstil versprach die Hypersurface-Halle entgegenzukommen. bodytravel soll den Zeitgeist treffen. Ganz am Anfang war die Wissenschafts-Show als eine Art Spaziergang durch den Körper gedacht. „Dass so etwas viele Leute anzieht, wussten wir ja aus früheren Erfahrungen”, sagt Christine Brocks. Sie ist wissenschaftliche Leiterin des Projekts. Doch dann kam die Frage auf: Kann man so etwas einem 35-jährigen Manager anbieten? Es sollte ja nicht um den anatomischen Körper mit seinen Organen, sondern um Emotionen, um Denken, um Kreativität gehen. „Wir sind immer abstrakter geworden”, beschreibt Brocks die Entwicklung. Der materielle Körper verschwand aus dem Konzept. Es blieben Befindlichkeiten, „das, was unser tägliches Leben antreibt”, wie Gisela Staupe vom Hygiene-Museum sagt. Wie funktioniert die biologische Uhr? Welchen Einfluss haben Hormone auf die Gefühle? Was verraten Mimik und Gestik? Solchen Fragen sollte bodytravel nachgehen – in fünf Abteilungen über das Hirn, das Herz und die Körperuhr, über Wahrnehmung und Emotionen. Vor allem eines wollten die Ausstellungsmacher nicht: ein schwimmendes Schulbuch. So hatten Leipziger Hirnforscher zunächst eine ausgeklügelte Grafik erstellt, die zeigte, welche Hirnregionen beim Sehen aktiv sind. „Doch die Sache war fürchterlich kompliziert und erinnerte an einen anatomischen Atlas”, sagt Brocks. Dann kam die Idee auf, stattdessen ein neuronales Netz zu präsentieren: Eine lernfähige Computersimulation, die der Ausstellungsbesucher selbst bedienen kann. Rund hundert einzelne Programmelemente – gewissermaßen virtuelle Nervenzellen, deren Erregungszustand sich an farbig leuchtenden Punkten auf einer Projektionsfläche ablesen lässt – erkennen anhand von Strichlängen und Winkeln die Ziffern, die der Besucher auf einem Sensorfeld schreibt. Reduziert der jedoch über einen Regler die Zahl der Verbindungen zwischen den Software-Zellen, verliert das Netz diese Fähigkeit. „Natürlich funktioniert kein menschliches Gehirn genau auf diese Weise”, räumt der Berliner Computerwissenschaftler und geistige Vater des Neuro-Netzes Raúl Rojass ein. Doch die Installation macht das „ Prinzip Vernetzung” deutlich – sie schafft eine Metapher dafür, wie unser Gehirn möglicherweise arbeitet. Ein Bild zudem, das auf spielerische Art im Kopf des Besuchers entsteht. Der soll auch bei anderen Exponaten Hand anlegen. An einer Art Supermarktkasse soll er Kassierer spielen, wobei er seine Reaktionen auf stressgeprägte Arbeitsrhythmen beobachten kann. Und an einem „ Emotiomaten”, einer Art Kaugummi- Automat für die Seele, lassen sich Lutschtabletten für Glück oder Treue aus einem Spender nehmen. bodytravel sollte eine Ausstellung mit Augenzwinkern werden. „Was haben wir diskutiert!”, erinnert sich Staupe an das Ringen darum, in welche Richtung die Sache letztlich laufen sollte. Normalerweise entsteht eine Ausstellung über ein bis zwei, vielleicht sogar drei Jahre. Nach der Geburt der Schiffsidee hatte bodytravel nicht einmal ein Jahr Zeit. Erst seit letztem Herbst gab es Einigkeit über die Inhalte. Wer in Köln in der Aachener Straße 300 in den 16. Stock fährt, kommt in ein dreieckig geschnittenes Foyer von verwirrend kühler Schönheit. Durch eine Glastür gelangt man in den Konferenzraum, und der Blick ist frei auf die Stadt. Strategische Höhe! Hier, in der Zentrale der DKV, stehen die Uhren an diesem Januarmorgen auf Punkt elf. Die Leute vom Museum sind da, die von x:hibit, von der DKV, der PR-Agentur. Aus ganz Deutschland sind die Macher von bodytravel angereist, die das Projekt in ihren Köpfen jetzt nicht nur zu Ende spinnen, sondern auch nach außen tragen müssen. Man stelle sich vor: bodytravel tourt durch Deutschland – und keiner weiß davon? Natürlich: Werbung, Presse. Kann man das Magazin Focus zu einem Bericht überreden? Die Fitnessstudios zum Auslegen von Flyern? PR-Jargon erfüllt den Raum. Um im Internet „Traffic” zu erzeugen, heißt es, habe man einen „Teaser” für die bodytravel-Website bereits frei geschaltet. Geplant sind „ Give-aways” ebenso wie eine „Face-to-Face-Kommunikation”. Das „ Branding” sei im Gange. Das Plakat macht Probleme. Der Vorstand habe nicht begeistert reagiert, sagt Frank Neuhaus. Er ist Leiter der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit, ein Mann mit gut geschnittenem Anzug und gebräuntem Gesicht. Und er weiß, dass die Wünsche des Vorstands ernst zu nehmen sind. Auf dem Entwurf für das Plakat ist „Ausstellung” zu lesen, in der Unterzeile „ bodytravel”. Es bleibe unklar, was man sich darunter eigentlich vorzustellen habe, bemängelt der Vorstand. Plötzlich ist Unsicherheit da. Es ist eigenartig, aber nach all den Workshops und Debatten, in denen sich das Prestigeprojekt von einer Roadshow mit Zelt zu einem schwimmenden Hypersurface-Pavillon verwandelt hat, scheint immer noch unbeantwortet zu sein: Was genau will bodytravel eigentlich sein? „Im Grunde haben wir die Frage nie so richtig geklärt”, sagt Andreas Pinkow. Er ist Gestalter bei x:hibit, trägt eine feine Brille und gern auch mal Drei-Tage-Bart. Natürlich, sagt Pinkow, hatte es immer geheißen: Wir wollen dem Besucher Impulse geben. Damit er sich um seinen Körper kümmert. Und wir wollen aktuell sein, neue Wissenschaft zeigen. „Aber wie setzt man das um?” Am Anfang habe niemand an das Wichtigste gedacht: Dass eine Ausstellung eine Geschichte ist. Eine Geschichte, die durch die ausgestellten Objekte erzählt werden muss. Es gab die typischen Probleme, sagt Pinkow. „Die beteiligten Wissenschaftler wollten zu viele Informationen vermitteln.” Manches war interessant, doch einfach zu kompliziert – und wurde gestrichen. „Mein Killer-Argument war immer: Ich hab keinen Platz.” Tatsächlich ist bodytravel mit 400 Quadratmetern Schaufläche kaum halb so groß wie eine durchschnittliche Wechselausstellung in einem Museum. Eine fertige Ausstellung? „ Nein, die hatte ich nie im Kopf”, antwortet Pinkow, der den Entstehungsprozess als ständige Rückkopplung von Ideen beschreibt. Einerseits, sagt Pinkow, setzen sich die attraktiven Themen durch, bei denen man spürt: Hier müssen wir weiterarbeiten. Andererseits stoße man einfach auf originelle Exponate, die zwar inhaltlich nicht so wichtig sind, „aber ein tolles Erlebnis vermitteln”. Exponate, die für sich selbst sprechen. Und Spaß machen. Zum Beispiel die Drogentütchen: Die DKV wollte, dass in der Hirn-Abteilung auch der Einfluss von Drogen zur Sprache kommt. Natürlich brauchte man hier Info-Texte. Aber was kann man zeigen? Ecstasy-Pillen, Heroin, Hanf? „Das kann schnell nach hinten losgehen, und es heißt dann: Die DKV stellt Drogen aus”, sagt Pinkow. Doch dann fanden sich die kleinen durchsichtigen Plastiktütchen, die mit den Namen verschiedenster Drogen beschriftet sind, Teströhrchen für Farbreaktionen enthalten und von der Polizei für Schnelltests genutzt werden. Pinkow: „Die haben einen dinglichen Charakter, sehen gut aus, zeigen das Unerlaubte auf erlaubte Weise und haben trotzdem etwas Verruchtes.” Saubere Polizeiarbeit – mit Sexappeal. Im Februar gibt es Ärger. Ende des Monats sollte die Halle auf dem Leichter stehen. Eine Spezialfirma in Duisburg sollte die einzelnen Hallensegmente mit einem besonderen Verfahren aus Kunststoff fertigen und sie auf der Werft installieren. „Hier passiert aber nichts”, lässt Ziemann per Handy wissen. 4305 liegt narbig und roh auf der Helling. Dann die Mail von Baumhöver: „Es gibt Probleme.” In Klammern dahinter: „Der Hallenbauer ist wahnsinnig geworden!” Niemand weiß so recht warum, aber der hatte praktisch nichts produziert. Und was er produzierte, war unbrauchbar. Noch ein Monat bis zur Ausstellungseröffnung. Was wird aus bodytravel? Die letzte Hoffnung liegt jetzt in Polen. Über einen Mittelsmann in Stettin hat x:hibit eine kleine Firma ausgemacht. Dort heißt es, dass man in wenigen Tagen 21 große Bögen aus computergesteuert zugeschnittenen Stahlblechen zusammenschweißen kann. Die Stahlbögen könnten dann in Duisburg auf den Leichter montiert und mit einer Kunststoffmembran überspannt werden. Gleich hinter der Grenze biegt man an einer Tankstelle von der Autobahn ab und folgt dem Schild nach Stettin. Durchs Zentrum hindurch, noch eine halbe Stunde nach Norden und dann Richtung Tatynia und Police, wo schon die Schornsteine einer riesigen Kunstdüngerfabrik qualmen, die früher den ganzen Ostblock versorgte. „Der Stahlbauer befindet sich außerhalb des Ortes”, heißt es in der Wegbeschreibung, die x:hibit geschickt hat. „Zum Haus führt eine schwarze Schotterpiste. Der Gebäudekomplex steht sozusagen auf freiem Feld. Es gibt leider kein Schild und keinen Namen.” Der Name ist Sylwester Reda. Reda ist ein kleiner Mann mit Schnurrbart, rundem Gesicht und armeegrünem Pullover. Er hat sich seine Firma auf dem ehemaligen Bauernhof seines Vaters aufgebaut. „Wenn die Termine einigermaßen gehalten werden und die Bezahlung dann auch klappt, das wäre schön”, sagt Reda. Tag und Nacht wird in seiner Werkhalle jetzt gebohrt, geschweißt, geschliffen, mit 30 Mann, von denen einige aus umliegenden Schlossereien herübergekommen sind.
Das Bürotelefon klingelt. Krug ist dran: Wo bleibt der Transport? Redas alter Laster war unterwegs mit der ersten Fuhre Stahlbögen nach Duisburg. Hinter Hannover gab es eine Reifenpanne. Doch was seitdem passiert ist, weiß im Moment auch Reda nicht. Die Nervosität ist zu greifen. Dann endlich eine Nachricht. Die Autobahnpolizei meldet sich bei x:hibit: Den Laster habe man angehalten. Die Transportgurte waren zu alt und zu mürbe und hätten vielleicht die tonnenschwere Last aus Stahl nicht mehr halten können. Ob x:hibit bereit sei, die Rechnung für neue Gurte zu zahlen? Drei Wochen später, an einem Donnerstagmorgen im April, gehen ein paar Spaziergänger die östliche Uferpromenade am Rhein bei Köln entlang und schauen hinüber zur Altstadt. Folgt man ihren Blicken, sieht man den romanischen Turm von Groß Sankt Martin und den mächtigen Dom, an dem die Augen hinab gleiten. Da ist er. Wie ein gelber Wal liegt 4305 in der strahlenden Sonne am Ufer. „Ferrari-Gelb”, wie Krug sagt. Fast wäre der Leichter gar nicht gekommen. In Dauerarbeit rund um die Uhr waren die Bögen aus polnischem Stahl auf den Leichter geschweißt, die Membran gespannt und die Ausstellung aufgebaut worden. Doch dann fehlte die Fahrgenehmigung. Die lange Ausstellungshalle auf dem Leichter versperrte dem Kapitän des Schubschiffs die Sicht. Irgendwie ging es dann doch. Und jetzt ist das bodytravel-Boot da, in Köln, seiner ersten Station. Über den Anleger betritt man den Pavillon mit seinen rund 200 Exponaten – manche aus Museen, andere aus wissenschaftlichen Instituten, wieder andere eigens hergestellt. Man kommt vorbei an dem Torso aus Holz, vorbei an den Gips-Fratzen und gelangt in den Raum mit dem neuronalen Netz. Die farbig leuchtenden Mikroskop- Bilder von Nervenzellen an den Wänden muten an wie Märchenwälder im Herbst. bodytravel ist schön. Und erzählt eine Geschichte. Eine wahre Geschichte? „Man kann das gar nicht hinkriegen und den Körper wirklich erklären”, sagt Pinkow. Denn der Körper, das sei nicht ein einziges Thema, sondern viele. Ausstellungen bleiben an der Oberfläche der Dinge. Sie decken nicht auf, sondern spielen an. Es ist freilich eine Oberfläche, an der die Augen hängen bleiben, eine Landschaft von Objekten, wo der Besucher mit seinen eigenen Erfahrungen vor Anker gehen kann: „Ich liebe Dich”, steht auf dem Lebkuchenherz. Es ist in der runden Glasvitrine zu sehen, neben dem Kunstherz aus Titan und Polyurethan. Morgen öffnet das Ausstellungsschiff dem Publikum seinen Bauch. Doch noch ist es Donnerstagabend, und die geladenen Gäste feiern bis spät in die Nacht. Verlässt man den Trubel und geht hinaus auf den Anleger, sieht man vorne am Bug den flachen Kasten mit der Nummer, die an die Geschichte des Leichters erinnert – 4305. Ahoi!
Kompakt
Die schwimmende Ausstellung „bodytravel” besucht zehn Städte in ganz Deutschland. Die „Reise in den Körper” soll auf unterhaltsame Weise Gesundheitsbewusstsein wecken. Die Vorbereitungen für diese einzigartige WissenschaftsShow waren abenteuerlich.
Martin Lindner





