Der Zoologe Rainer Willmann von der Universität Göttingen hat im Harzvorland ein Insekt wiederentdeckt, das in Deutschland seit 130 Jahren als ausgestorben galt: den Mückenhaft (Bittacus hageni). Er ist ein Vertreter der Schnabelfliegen und wurde bisher in Deutschland nur ein einziges Mal – um 1870 – gefunden, ebenfalls im Harzvorland, wo es eigentlich für die Tiere, die sonst im Süden Europas leben, viel zu kühl ist. Der Mückenhaft, der eine Flügelspannweite von vier Zentimetern erreicht, ist ein räuberisches Insekt, das sich vorwiegend von anderen Insekten ernährt. Seine Beute stöbert er im Suchflug durch die niedere Vegetation auf und packt sie mit Hilfe kleiner Fangklauen. Zur Paarungszeit locken die Männchen die Weibchen durch Duftstoffe an und überreichen ihnen ihre Beute. Der Neufund des Mückenhaft gilt unter Entomologen als Sensation. Laut Willmann ist das Tier in seinem Bestand extrem gefährdet, da sein Lebensraum durch Trockenlegung und landwirtschaftliche Nutzung stark beeinträchtigt ist.
Hans Groth





