Die Geschichte des Gregor Mendel und die Entdeckung der Genetik
Der dänische Biologe Wilhelm Johannsen wählte im Jahr 1909 das griechische Wort Gen zur Bezeichnung der Erbfaktoren, weil es kurz sei und zudem Vorzüge wegen der leichten Kombinierbarkeit mit anderen Bezeichnungen biete. Dass sein Fachbegriff heute von der genetischen Revolution über die Gentechnik bis zur Gen-Tomate zum umgangssprachlichen Grundwortschatz gehört, konnte er nicht voraussehen. Überrascht hätte der erste Wissenschaftler, der die Existenz vererbbarer Elemente vermutete, auch die heutige Bedeutung seiner Idee: Gregor Johann Mendel, der mittlerweile weltberühmte Mönch aus dem Augustinerkloster St. Thomas in Altbrünn.
Die amerikanische Wissenschaftsjournalistin Robin Henig hat das Leben des Mönchs nachgezeichnet ein stilles, ganz und gar unspektakuläres Leben. Henig hat akribisch zusammengetragen, was über das Leben des schlesischen Bauernsohnes bekannt ist, dessen unermüdliche Kreuzungsversuche und geniale Schlussfolgerungen die moderne Genforschung begründet haben. Sie stellt die Erkenntnisse Mendels in einen wissenschaftshistorischen Kontext und zeichnet nach, wie sich die Genetik über andere geniale Denker wie Carl Correns, Hugo de Vries, Thomas Morgan, James Watson und Francis Crick bis ins 21. Jahrhundert entwickelt hat.
Ein schön geschriebenes Buch, das 100 Jahre Genforschung überblickt und dabei beiläufig zeigt, dass Wissenschaft von Menschen gemacht wird, die ihre Schwächen haben, beispielsweise Neid und Missgunst was die hehre naturwissenschaftliche Wahrheitssuche oft sehr behindert.
Claudia Eberhard-Metzger





