Beim nordskandinavischen Volk der Samen gingen aus den Ehen die meisten lebensfähigen Nachkommen hervor, wenn der Mann etwa 15 Jahre älter war als die Frau. Das berichten finnische Wissenschaftler um Samuli Helle von der Universität in Turku, die die Auswirkungen des Altersunterschieds der Ehepartner auf die Fortpflanzung untersuchten.
Bei Menschen heiraten Männer in den meisten Fällen jüngere Frauen, da sie diese wegen ihrer höheren Fruchtbarkeit als Partnerinnen bevorzugen. Frauen hingegen ziehen ältere Männer vor, die aufgrund des besseren finanziellen und sozialen Status mehr Chancen bieten, Nachwuchs erfolgreich aufzuziehen. Auf die Samen bezogen bedeutet das, dass jüngere Frauen fruchtbarer waren, wogegen ältere Männer genug Fertigkeiten zum erfolgreichen Jagen, Fischen und zur Rentierzucht hatten, um ein zuverlässiger Ernährer der Kinder zu sein. Die Samen lebten monogam, außerehelicher Geschlechtsverkehr war in ihrer Gesellschaft nicht akzeptiert und auch Wiederheirat nach dem Tod eines Partners war selten.
Demographischen Daten der Samen entnahmen die Forscher Kirchenbüchern, die von der Lutherischen Kirche geführt worden waren und Aufzeichnungen zu Taufen, Hochzeiten und Begräbnissen enthalten. Aus den Ehen gingen die meisten Kinder hervor, wenn der Ehegatte etwa 14 Jahre älter war als die Frau, ergab die Auswertung. Die Anzahl der Nachkommen, die das 18. Lebensjahr erreichten, war bei einer Altersdifferenz von 14,6 Jahren am höchsten. Allerdings gab es nur bei zehn Prozent der Ehepaare einen solchen Altersunterschied. Als Grund dafür vermuten die Forscher kulturelle Gründe wie Hochzeitsbräuche oder die Verfügbarkeit von möglichen Ehepartnern.
Samuli Helle (Universität in Turku) et al.: Biology Letters, Onlinevorabveröffentlichung, DOI: 10.1098/rsbl.2007.0538 ddp/wissenschaft.de ? Gesa Graser





