Supernegative Wasserstoff-Ionen stehen ganz oben auf dem Wunschzettel von Harm Geert Muller und Ernst van Duijn. Die beiden Physiker an der Universität Amsterdam haben ausgerechnet, daß die Naturgesetze die Erzeugung solcher bizarren geladenen Atome erlauben, obwohl sie in der Natur nicht existieren.
Wasserstoff besteht aus einem positiv geladenen Proton, das von einem negativen Elektron umkreist wird. Ein geladenes Wasserstoffion entsteht, wenn das Elektron entfernt oder ein zweites Elektron eingefangen wird. Mit Hilfe elektrischer Felder von Laserstrahlen könnten, davon sind die holländischen Physiker überzeugt, noch ein oder zwei weitere Elektronen in weite Umlaufbahnen um das Proton gezwungen werden, ohne sich gegenseitig zu stark abzustoßen. Dazu sind rasch aufeinanderfolgende, nur eine Billionstelsekunde kurze Laserpulse erforderlich. Die kann man zwar bereits erzeugen – doch die Herstellung supernegativer Wasserstoffionen gelang bisher noch nicht.
“Die Hauptschwierigkeit besteht darin, die Protonen und Elektronen im Laserstrahl zusammenzubringen”, sagt van Duijn. Er hofft, dieses Ziel mit Hilfe größerer Moleküle zu erreichen, denen die Laserpulse Elektronen entreißen sollen.
Rüdiger Vaas





