Wasserstoff gilt als vielversprechender Energieträger der Zukunft – etwa für den Betrieb von Brennstoffzellen als Stromquelle oder als Kraftstoff für Autos. Doch die Herstellung ist bislang teuer und belastet die Umwelt: Der Großteil des weltweit produzierten Wasserstoffs wird derzeit aus Erdgas gewonnen, wobei das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2 ) freigesetzt wird. Nun haben Ingenieure der Universität Cagliari auf Sardinien und der Universität La Sapienza in Rom ein biotechnologisches Verfahren entwickelt, um Wasserstoff „sauber” aus Biomüll zu erzeugen.
Für ihre „HyMeC-Technologie” nutzen die Forscher Clostridia-Bakterien. Diese füttern sie in einem Reaktor, der ohne Sauerstoff arbeitet, mit Bioabfällen. Die Mikroorganismen vergären den Müll bei rund 39 Grad Celsius. Nach ein paar Tagen haben die Bakterien den meisten Abfall in Wasserstoff und CO2 verwandelt – die Ausbeute beträgt rund 75 Liter Wasserstoff-Gas pro Kilogramm Müll. Der flüssige Rest wird mit Sägespänen vermischt und kann als Dünger dienen.
Der Wasserstoff lässt sich als Brenngas in Brennstoffzellen einsetzen. Das CO2 belastet die Umwelt nicht, da es klimaneutral ist: Die freigesetzte Menge entspricht der Menge, die die Pflanzen im Biomüll während ihres Wachstums aufgenommen hatten. Das Verfahren erfordert weder chemische Zusätze noch eine thermische Vorbehandlung der Bioabfälle.





