Ob eine Ehe glücklich bleibt oder nach einigen Jahren wieder geschieden wird, hängt im Wesentlichen von zwei Fragen ab: Ist das Geld unter den Partnern einigermaßen gerecht verteilt? Nehmen beide ihre Haushaltspflichten ernst? Kaum eine Rolle spielt hingegen die “Vergangenheit” der Partner, also ihre früheren Beziehungen und ihr Leben vor der Ehe. Dies ist das Ergebnis einer Studie von Wissenschaftlern der Pennsylavania State University. Die Forscher stellten sie kürzlich auf einer Tagung der American Sociological Association vor.
Juliana McGene, Soziologie-Doktorandin an der Pennsylvania State University, hat mehrere Faktoren für eine stabile Ehebeziehung ausgemacht: Die Wochenarbeitszeit der Partner, die Zahl der Kinder, die (noch) im Hause leben, das Praktizieren einer Religion und die Aufteilung von Hausarbeit und Geld. “Von dieser Liste kann der Faktor ‘Aufteilung von Geld und Hausarbeit’ die Ehequalität schwer beeinträchtigen, wenn einer der Partner die Wahrnehmung hat, der andere vernachlässige seine Hausarbeitspflichten oder gehe verschwenderisch mit Geld um.
“Während Männer und Frauen über verschiedene Eheaspekte durchaus geteilter Meinung sein können, gibt es doch eine hohe Übereinstimmung darin, dass die Ehequalität sinkt, wenn ein Partner die Aufteilung von Hausarbeit und Geld als unvorteilhaft für sich selbst sieht”, sagt McGene. Was die Beziehungsvorgeschichte angeht, so scheint sie, wenn überhaupt nur Frauen wichtig zu sein: Ein Mann, der vor der gegenwärtigen Ehe schon mehrmals geschieden war, ruft bei der gegenwärtigen Ehefrau öfter Unmut hervor. Wenn aber die gegenwärtige Ehe in Bezug auf Hausarbeits- und Geld-Aufteilung gut ist, kann die Ehefrau besser darüber hinweg sehen, dass ihr Partner schon mehrmals (glücklos) verheiratet war.
Für Ehefrauen ist außerdem noch die Zahl der im Haus lebenden Kinder mit bestimmend für die Qualität der Ehe. “Eine größere Zahl von Kindern im Hause senkt die Ehequalität für die Ehefrauen, während sie für die Ehequalität aus der Sicht des Ehemannes nicht besonders negativ zu Buche schlägt”, so die Forscherin. “Dieser Geschlechtsunterschied hat wahrscheinlich etwas damit zu tun, dass die Fürsorgepflichten gegenüber dem Nachwuchs hauptsächlich der Frau obliegen.”
Die Erkenntnisse über die das Eheglück bestimmenden Faktoren hat McGene aus der Datensammlung “National Survey of Families and Households” gewonnen. Diese Daten wurden einmal 1987/88 und einmal 1992 bis 1994 erhoben. McGene hat die Angaben von insgesamt 860 Ehepaaren ausgewertet.
Doris Marszk





