Die Diskussion um das Elektroauto dreht sich vorwiegend darum, wie weit man mit einer Batterieladung fahren kann. Nirgendwo finde ich jedoch eine Aussage darüber, wie man in Bezug auf Heizung und Klimatisierung den heute üblichen Standard erreichen will. Bei den herkömmlichen Verbrennungsmotoren steht mit der Abwärme des Motors genügend Energie zur Verfügung, um den nahezu gänzlich unisolierten Innenraum auch bei tiefen Außentemperaturen und hohen Windgeschwindigkeiten (auf Autobahnen bei Orkanstärke) warm und trocken (hoher Lüftungswärmebedarf!) und die Scheiben schnee- und eisfrei zu halten – und das kostenlos (Kraftwärme-Kopplung!). Die Energie für die Klimatisierung im Sommer steht aber bei herkömmlichen Autos in hinreichender Menge im Tank zu Verfügung. Den Energiebedarf für Heizen und Kühlen aus Batterien decken zu wollen, ist, auch wenn die Batterien noch wesentlich besser werden sollten, energiewirtschaftlicher Unsinn. Herkömmliche Standheizungen dem Leistungsbedarf beim Fahren anzupassen, dürfte zwar gehen, das Elektroauto verliert dann jedoch den Anspruch auf Emissionsfreiheit.
Manfred Keppler, Bonn
NULL UND WICHTIG!
Beutelspacher Heft 6/2010
Als Pseudophilosoph fasziniert auch mich die Null. Einfache Leute denken auch einfach. Für mich fallen in der Null der positive und der negative Zahlenstrahl zusammen und heben sich gegenseitig auf. Mithin ist die Null nicht nur nichts, sondern zugleich alles. Deswegen ist ihr Zeichen ein ovaler Ring mit der Bedeutung: ohn Anfang und ohn Ende.
Waldtraud Schuh, Wadern
GESCHLECHTSORGAN GEHIRN
Heft 8/2010
Die Beiträge zu „Geschlechtsorgan Gehirn” fand ich sehr gut,
besonders gefallen hat mir die Formulierung „Standardmodell” und „Extremmodell” (mehr Genies, mehr Idioten). Denn die Tatsache, dass nahezu alle herausragenden Erfinder, Wissenschaftler und Kunstschaffende Männer sind, mit der Unterdrückung der Frau zu erklären, zieht nicht mehr. Seit Marie Curie ist viel Zeit vergangen, seit 1968 ebenso. Dennoch gehen die maßgeblichsten Erfindungen und Gründungen der Neuzeit, nämlich die des IT-Bereichs, auf Männer zurück, sei es Microsoft, Apple, Wikipedia, eBay oder Amazon. Den Beitrag „Das schwache Geschlecht” fand ich nicht gut, denn so wie im obigen Fall nach vorherrschender Meinung natürlich die („patriarchalische”) Gesellschaft schuld war, ist an der Misere der Männer nach vorherrschender Meinung der Mann selbst schuld. Da werden sich Einstellungen ändern müssen.
Stefan Knöller, per E-Mail
DAS SCHWACHE GESCHLECHT
Heft 8/2010
Mich wundert es, dass bei dem Artikel „Das schwache Geschlecht” die Geschlechtschromosomen (Gonosomen) völlig außer Acht gelassen werden. Sie sind mit schuld, dass wir Männer das schwächere Geschlecht sind. Wenn man die Größe des Y-Chromosoms mit der des X-Chromosoms vergleicht, sieht man sehr deutlich, dass uns einiges fehlt. Was die Geschlechtschromosomen betrifft, haben wir fast nur einen einfachen (haploiden) Chromosomensatz. Dies führt dazu, dass jede „Schwäche”, natürlich aber auch jede „ Stärke” auf dem X-Chromosom, das wir ja grundsätzlich nur von der Mutter erben, sich sofort oder später im Leben bemerkbar macht. Die allgemein bekannten Beispiele dafür sind die Rot-Grün-Blindheit und die erbliche Bluterkrankheit. Bei einem doppelten Chromosomensatz ist dies nicht der Fall. Da hängt es zum Beispiel davon ab, ob ein Merkmal dominant ist. Ist es rezessiv, muss es auf beiden Chromosomen vorhanden sein – die Frau ist dann reinerbig für dieses Merkmal –, damit es sich auswirkt. Daher sind zum Beispiel Frauen sehr selten rot-grün-blind. Sind die Erbanlagen in etwa gleich stark (intermediär), gibt es eine „Mischung”, von der man unter Umständen nichts Nachteiliges oder Vorteilhaftes merkt. Ob wir Männer schon als Embryo absterben oder uralt werden und lange gesund bleiben, wird sicher auch stark vom dem X-Chromosom beeinflusst, das uns die Mutter vererbt hat. Zum besseren Verständnis sei auf die tolle Abbildung in dem neuen Heft bdw 9/2010 auf Seite 22 hingewiesen.
Elmar Hartl, per E-Mail
REHA FÜR BRÖCKELNDE BRÜCKEN
Heft 8/2010
Das erforderliche Know-how ist vorhanden, um die maroden Brücken bei uns zu sanieren. Mit dem High-Engineering und dem Einsatz von Fachkräften kann die Sanierung erfolgen. Allerdings muss auch die Ausschreibung der Arbeiten sowie die Finanzierung aus öffentlicher Hand reibungslos erfolgen. Denn solche Pannen wie bei den Fahrbahnerneuerungs-arbeiten der Autobahn zwischen Hamburg und Bremen dürfen nicht mehr passieren.
(Anm. d. Red.: Dort bröselte Anfang 2010, nur wenige Monate nach einer Generalsanierung, der Asphalt großflächig ab.)
Erwin Chudaska, per E-Mail
FREMDGEHEN IST DIE REGEL
Heft 9/2010
„Tierisches Erbe: Warum wir nicht treu sein können” lautet die Titelzeile des Deckblattes der Nr. 9/2010. Eine wissenschaftliche Aussage kann das ja wohl nicht sein: Die inbegriffene Absolutheit der Aussage steht mit der Wirklichkeit nicht in Einklang. Es gibt unbestreitbar mehr als nur ausnahmsweise Gegenbeispiele. Dabei ist die in dem Beitrag beschriebene entwicklungsgeschichtliche Vorbelastung der menschlichen Existenz ohne Zweifel Fakt. Aber genau das nehme ich als einen Beleg für den Unterschied zwischen Mensch und Tier, dass unsereiner die Fähigkeit hat, sich nach eigenen Kategorien selbst zu steuern – auch wenn das schwer fällt und dann auch öfter scheitert, als uns lieb ist. Als bloße Funktion der eigenen Triebe, wie Ihr Leitsatz nahe legt, käme ich mir schon sehr kümmerlich vor! Auch wenn bild der wissenschaft sich der populärwissenschaftlichen Darstellung verschrieben hat, kann das nicht von sorgfältigem und wahrhaftigem Gebrauch der deutschen Sprache entbinden. Ich denke sogar: Gerade dann nicht! „ Warum es so schwer fällt, treu zu sein” wäre kein schlechterer Anreißer gewesen, hätte gar mehr Spannung entwickelt.
Friedrich Korschil, Gießen
ÖL ODER LEBEN
Heft 10/2010
Der Vorschlag des ecuadorianischen Präsidenten Rafael Correa ähnelt einer Erpressung. Ist das Geld für das Nichtausbeuten des Ölvorkommens einmal gezahlt, kann erneut erpresst oder der Urwald abgeholzt und das Öl gefördert werden. Es gibt keine legale Möglichkeit, Ecuador daran zu hindern.
Ducius von Wallenberg, per E-Mail





