Wissenschaftler haben bei Gorillas eine Variante des Aids-Erregers HIV gefunden. Das Team um die Französin Martine Peeters von der Universität Montpellier identifizierte in Kamerun in den Ausscheidungen wild lebender Tiere einen HI-Virus-Untertyp, der dem Untertyp HIV-1 Gruppe O genetisch sehr nahe steht. Mit diesem Erreger sind vor allem Menschen im westlichen Zentralafrika infiziert. Bisher wusste man nichts über seinen Ursprung. Dagegen ist bekannt, dass die Typen HIV-1 Gruppe M beziehungsweise Gruppe N von Schimpansen auf den Menschen übertragen wurden – entweder durch Bisse oder den Verzehr ihres Fleisches. Einen ähnlichen Infektionsweg vermutet Peeters auch bei HIV-1 Gruppe O.
Währenddessen breitet sich Aids immer mehr aus. Nach den neuesten Zahlen der Weltgesundheitsorganisation WHO sind inzwischen 39,5 Millionen Menschen infiziert. Die Zahl der Neuansteckungen lag 2006 bei 4,3 Millionen. Am stärksten betroffen ist immer noch das südliche Afrika – mit 34 Prozent der insgesamt knapp 3 Millionen Aids-Toten letztes Jahr. Besorgniserregend ist laut WHO auch die Lage in Zentralasien und in Osteuropa. Hier stieg die Zahl der jährlichen Neuinfektionen seit 2004 um 70 Prozent auf 270 000. In Deutschland sind etwa 49 000 Menschen HIV-positiv, bei 6000 Patienten ist die Krankheit ausgebrochen, und zwischen 600 und 700 Erkrankte sterben jährlich an Aids.





