Und die Technologie schreitet gut voran. Der erste Besuch auf einem Asteroiden gelang der US-Raumfahrtorganisation NASA im Jahr 2001, als die Sonde NEAR auf dem Asteroiden Eros landete. Sie machte allerdings nur Fotos. Einige weitere Expeditionen folgten, zum Beispiel die Rosetta-Mission der Europäischen Raumfahrtagentur ESA, die 2014 auf dem Kometen 67P landete. Unter anderem gelang es Rosetta, Spuren von Wasserdampf zu messen, der von der Oberfläche des Kometen verdunstet. Und erst kürzlich hat die japanische Sonde Hayabusa2 eine Probe vom Asteroiden Ryugu zur Erde gebracht.
Viele weitere Besuche auf Asteroiden sind in der Planung. Die NASA will nächstes Jahr eine Sonde, die 2026 landen soll, zum Asteroiden Psyche auf den Weg bringen. Psyche befindet sich im Asteroiden-Hauptgürtel zwischen Mars und Jupiter. Mit einem Durchmesser von etwa 200 Kilometern ist er einer der größten bekannten Asteroiden überhaupt.
Messungen zufolge besteht Psyche aus etwa 90 Prozent Eisen und Nickel. Lindy Elkins-Tanton, die Forschungsleiterin der Mission Psyche, hat geschätzt, dass der Gesamtwert der Metalle auf dem Asteroiden etwa zehn Trillionen Euro ist. Allerdings ist das nicht der Grund, wieso die NASA den Asteroiden besuchen möchte. Die Forscher erhoffen sich aus den Messungen Aufschlüsse über die Entstehung von Planeten und Sonnensystemen im Allgemeinen und der Erde im Besonderen.
Wie sieht es also mit Privatmissionen zu kommerziellen Zwecken aus? Asteroidenbergbau ist durchaus legal. Zwar schließt der Weltraumvertrag von 1967, den mehr als 100 Länder – inklusive Deutschland – unterschrieben haben, die „nationale Aneignung“ von Himmelskörpern aus. Aber einige Länder – die USA, Luxemburg, und vielleicht auch bald Russland – haben den Vertrag so ausgelegt, dass der Abbau von Ressourcen im Weltraum keine Aneignung des Himmelskörpers selbst bedeutet. Es gibt sogar schon Universitäten, die Kurse für Weltraumbergbau anbieten, etwa die Universität Luxemburg und die Colorado School of Mines. Also, auf zum Asteroiden, Platin in den Sack, und schon sind wir reich!
Schwierige Asteroiden-Suche
So einfach ist es dann doch nicht. Es fängt damit an, dass man einen geeigneten Asteroiden finden muss. Den nationalen Raumfahrtorganisationen sind derzeit etwa 25.000 Asteroiden in Erdnähe bekannt. Aber nach Schätzungen des Astrophysikers Martin Elvis von der Harvard University sind nur etwa zehn von diesen Asteroiden lohnende Ziele. Die anderen sind entweder zu klein, nicht wertvoll genug, drehen sich zu schnell, oder der Anflug ist zu umständlich oder dauert zu lange.
Auf einem Asteroiden zu graben, ist auch nicht leicht. Man kann dort nicht einfach in den Boden bohren. Sie erinnern sich bestimmt an das dritte Newtonʼsche Gesetz: Kraft ist gleich Gegenkraft. Auf der Erde haben wir die Gravitation, die uns hilft, in den Boden zu bohren. Auf einem Asteroiden aber würde man sich dabei in den Weltraum katapultieren.





