Das Einmischen der Schwiegereltern in die Angelegenheiten ihrer verheirateten Kinder trübt auch noch 20 Jahre nach der Heirat das Eheglück. Selbst Eltern Erwachsener, so das Ergebnis einer Studie, leiden weiter unter den Auswirkungen solcher Konflikte und sehen ihre Ehe als weniger erfolgreich an. Das berichten Wissenschaftler in der Zeitschrift Journal of Marriage and Family.
Ein Forscherteam unter der Leitung von Chalandra Bryant von der Iowa State University in Ames interviewte 450 Paare vier Jahren lang, um zu ermitteln, wie zufrieden die Eheleute mit ihrer Partnerschaft und der Beziehung zu ihren Schwiegereltern waren. Alle Paare hatten bereits erwachsene Kinder, waren etwa seit 20 Jahren verheiratet und lebten in ländlichen Gebieten.
Bei ihren Befragungen stellten die Forscher fest, dass der Einfluss der Schwiegereltern auf ihre Kinder weit über die ersten Ehejahre hinausreichte und ein signifikanter Störfaktor in vielen Partnerschaften war.
Es zeigte sich auch, dass die Beziehung der Frauen zu ihren Schwiegereltern von ihrer eigenen Ehe abhing. Frauen, die ihrer Partnerschaft als stark und zuverlässig erlebten, hatten ein besseres Verhältnis zu ihren Schwiegereltern. Bei den Männern trug eine glückliche Ehe hingegen nicht dazu bei, Konflikte mit den Schwiegereltern zu vermeiden. Die Autoren vermuten, dass dies mit unterschiedlichen Erwartungen erklärt werden kann, die Eltern gegenüber ihren Söhnen oder Töchtern aufbauen, wenn diese vor den Traualtar treten.
Für ihre Studie wertete Bryants Team nur die Daten von Paaren in ländlichen Gebieten aus. Sie schließt nicht aus, dass Familien in solchen Gebieten traditionell enger miteinander verkehren als in Städten üblich.
Marion Herzog





