Nach der Unabhängigkeitserklärung von 1581 begab sich die Republik der Vereinigten Niederlande auf die Suche nach einem neuen Staatsoberhaupt; anfangs war nicht geplant, auf einen Herrscher zu verzichten. Erfolglos bot man nacheinander dem Herzog von Anjou (François-Hercule de Valois), Wilhelm I. von Oranien und schließlich Elisabeth I. von England die Herrschaft an. Letztlich mussten die Stände selbst die Verantwortung übernehmen. Es entstand ein Bündnis der Provinzen, das von den regionalen Eliten regiert wurde. Alle wichtigen Fragen wurden zwischen den Vertretern der Provinzen – zumeist aus dem städtischen Bürgertum – ausgehandelt.
Die „Generalstaaten“, die Versammlung der von den einzelnen Provinzen entsandten Vertreter, bildeten das wichtigste Organ des Gesamtstaates. Sie bestimmten über Krieg und Frieden ebenso, wie sie die Handelsgesellschaften überwachten und die Ein- und Ausfuhrzölle festlegten. Den militärischen Oberbefehl in Kriegszeiten erhielt der Statthalter Wilhelm von Oranien, der durch seine Abstammung aus dem Haus der Oranier fürstliches Ansehen genoss. …
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