Sportler sollten ihrem eigenen Durstgefühl vertrauen und keinesfalls versuchen, so viel wie nur irgend möglich zu trinken. Dazu rät der südafrikanische Sportmediziner und Ausdauerexperte Dr. Timothy David Noakes im British Medical Journal. Von der Antike bis in die sechziger Jahre habe man Sportlern sogar geraten, ganz auf Getränke zu verzichten, um die Leistung nicht zu schmälern. Doch gefördert durch den Einfluss der Sportgetränke-Industrie hätten sich seitdem die Empfehlungen radikal geändert. Danach sei es unbedingt notwendig, jeglichen Flüssigkeitsverlust sofort auszugleichen und mit dem Griff zur Flasche nicht erst zu warten, bis der Durst plagt.
Wissenschaftlich belegt seien diese Empfehlungen keinesfalls, sagt Noakes. Auch gebe es keine Hinweise dafür, dass das Leistungsvermögen durch ein leichtes Flüssigkeitsdefizit abnehme. Während der Ausdauerbelastung wird außerdem der Wasserverlust gedrosselt. Für Profis besteht zwar meist keine Gefahr einer Überversorgung mit Flüssigkeit, denn wer einen Marathon in zwei Stunden läuft, hat gar nicht die Zeit, zu viel zu trinken. Aber mancher Hobbysportler braucht fünf Stunden für den Lauf und nimmt dabei bis zu 15 Liter an Getränken zu sich. Noakes: „In seltenen Fällen kann dann das Gehirn so anschwellen, dass Krampfanfälle entstehen und die Atmung aussetzt. Bisher sind weltweit schon sieben Sportler daran gestorben.”
Thomas Willke





