Blick ins ferne All im Sternbild Herkules: Abgesehen von den Vordergrundsternen, die in diesem Infrarotfoto des Webb-Teleskops an ihren sechszackigen Beugungsspitzen erkenntlich sind, beträgt die Entfernung der Galaxien viele Milliarden Lichtjahre. Selbst die ausgeprägte Spiralgalaxie namens LEDA 2046648 unten im Bild, die der Milchstraße verblüffend ähnelt und mit 260.000 Lichtjahren mehr als doppelt so groß ist, erblicken wir nun, wie sie vor fast 1,2 Milliarden Jahren aussah (LEDA steht für Lyon-Meudon Extragalactic Database, einen 1983 am Observatorium Lyon erstellten Galaxien-Katalog). Damals zappelten die ersten mehrzelligen Organismen in den irdischen Meeren und begannen die Leiter der Evolution zu erklimmen, die schließlich zu Farnen und Fischen führte, zu Dinosauriern, Säbelzahntigern, Menschen und was immer noch kommen könnte.rn<span class="fotohinweis">©ESA/Webb, NASA, CSA, A. Martel</span>
von RÜDIGER VAAS
Jung zu sein, ist bekanntlich relativ. Ein Mensch wie Maisie ist es beispielsweise mit neun Jahren – zumindest aus dem Blickwinkel typischer Leser von bild der wissenschaft. Eine Galaxie ist es mit 300 Millionen Jahren – zumindest aus der Perspektive menschlicher Astronomen wie Steven L. Finkelstein, die 13,8 Milliarden Jahre nach dem Urknall leben.