Auf diesen Moment hatte Friedrich III. lange warten müssen: Am 9. März 1888 wurde er preußischer König und Deutscher Kaiser. 57 Jahre war der Hohenzoller damals alt. Und hätte er auch nur ein bisschen von der eisernen Konstitution seines mit fast 91 Jahren verstorbenen Vaters geerbt gehabt, wären ihm wenigstens 20, wenn nicht 30 Jahre im Amt vergönnt gewesen. Doch als Friedrich III. den Thron bestieg, war er ein todkranker Mann. Seine Kehlkopfkrebs-Erkrankung war bereits weit fortgeschritten, das Deutsche Reich hatte einen im wahrsten Sinn des Wortes stummen Herrscher.
Sein Gesundheitszustand erlaubte es dem Kaiser nicht mehr, größere Akzente zu setzen. Ein einziger Paukenschlag ist während seiner Regierungszeit zu verzeichnen: Am 8. Juni entließ er den preußischen Innenminister Robert von Puttkamer, einen Erzreak‧tionär, der den Beamtenapparat von allen liberalen Elementen gesäubert hatte. Eine Woche darauf war Friedrich III. tot. Sein ältester Sohn und Nachfolger Wilhelm II. wollte das Reich „herrlichen Zeiten“ entgegenführen. Wie dieser Versuch endete, ist bekannt. Und spätestens seither fragen Historiker wie Laien: Wäre alles anders gekommen, wenn Friedrich III. länger regiert hätte? …
Den vollständigen Artikel finden Sie in DAMALS 03/2013.
Uwe A. Oster




