Nun hat die bedeutende Publizistin sehr lesenswerte Erinnerungen vorgelegt. Lebhaft, witzig, nachdenklich erzählt sie von ihrer Kindheit und ihrer weitverzweigten Familie. Sie kann eine japanische Großmutter aufweisen; in die schöne Mitsuko verliebte sich einst Großvater Heinrich. Ihre Mutter stammt aus dem ungarischen Adelsgeschlecht der Pálffy. Eindrucksvoll sind aber vor allem Coudenhove-Kalergis präzisen Schilderungen ihrer journalistischen Arbeit im Zeichen des Kalten Krieges, als in Österreich noch eisernes Schweigen über die eigene Mitschuld am nationalsozialistischen Terror herrschte. Das erfuhr sie immer wieder, etwa als sie in der rechten Burschenschaftler-Szene recherchierte. „Ein Schnellkurs in politischer Bildung“ sei das gewesen.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger




